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Kläger wollen öffentliche Debatte anstoßen

Japanische Todeskandidaten fordern Ende des Hängens als Todesstrafe

Drei japanische Todeskandidaten haben am Dienstag eine Klage gegen den japanischen Staat eingereicht. Sie fordern ein Ende der Hinrichtung durch Erhängen, da diese Methode nach internationalen Konventionen unmenschlich ist.

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Alle drei Kläger sitzen seit mehr als 10 Jahren in einer Todeszelle im Osaka Detention House. Zwei haben zudem Berufung gegen ihre Urteile eingelegt.

Todeskandidaten wollen öffentliche Debatte über die Todesstrafe in Japan anstoßen

Der Anwalt der drei Todeskandidaten sagte, dass die Klagen darauf abzielen, die Realität der Todesstrafe in Japan aufzuzeigen und eine öffentliche Diskussion darüber anzustoßen, ob das Erhängen fortgesetzt werden sollte.

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Das Justizministerium erklärte, dass man sich dazu noch nicht äußern könne, da das Ministerium die Klage noch nicht erhalten habe.

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Die drei Todeskandidaten fordern zudem Schadensersatz in Höhe von 33 Millionen Yen (ca. 230.287 Euro). Die Kläger machen geltend, dass das Hängen als einzige Hinrichtungsart nach dem japanischen Strafgesetzbuch unmenschlich ist, unerträgliche Schmerzen verursacht und gegen internationale Menschenrechtspakte verstößt.

Zudem argumentieren die drei Kläger, dass das Leben in Angst über einen langen Zeitraum, weil sie nicht wissen wann sie hingerichtet werden, zu psychischen Qualen geführt hat und dass die japanische Regierung Informationen zur Art und Weise von Hinrichtungen zurückhält, was eine öffentliche Debatte über die Todesstrafe verzerrt.

Immer wieder Klagen gegen die Todesstrafe

Es ist nicht die erste Klage von Todeskandidaten in Japan. Zuletzt wurde im November vergangenen Jahres geklagt, da die Gefangenen erst einige Stunden vor der Hinrichtung erfahren, dass sie nun sterben. Dies führt zu einer enormen psychischen Belastung und verhindert, dass man im letzten Moment noch Einspruch gegen das Erhängen einreichen kann.

In Japan gibt es immer wieder Versuche, die Todesstrafe abzuschaffen, die bisher allerdings scheiterten. Zuletzt hat die japanische Föderation der Rechtsanwaltskammern (JFBA) angekündigt, sich für eine Abschaffung einzusetzen.

In der Bevölkerung sieht das allerdings anders aus, laut einer Umfrage, die 2020 durchgeführt wurde, befürwortet eine große Mehrheit der Menschen die Todesstrafe.

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