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Student wird Weltmeister

Japanische Universität zeichnet Studenten für seine Leistungen im eSport aus

Es kommt eher selten vor, dass japanische Universitäten Personen für ihre rein privaten Aktivitäten auszeichnen. Umso erstaunlicher ist nun, dass ein Student der Tokushima University Graduate School of Medical Science für seine Leistungen im eSport ausgezeichnet wurde.

Bei dem glücklichen Studenten handelt es sich um den 26 Jahre alten Doktoranden Masato Ohnishi aus Takamatsu, Kagawa. Neben seinem Medizinstudium im sechsten Jahr, für das er demnächst seine nationale Prüfung ablegen muss, spielt er auch gerne Videospiele.

Student wird Weltmeister im eSport-Fußball

Allerdings spielt Ohnishi nicht einfach nur Videospiele, er ist einer der besten eSportler weltweit. Er gewann nämlich kürzlich unter dem Namen madakanachappy die eFootball Open World Finals 2019-2020, die mit dem Game Winning Eleven von Konami ausgetragen werden.

Mehr zum Thema:  Videospielsucht bedroht immer mehr japanische Kinder und Jugendliche

Ohnishi hatte schon in Japan für Aufsehen gesorgt, als er sich einen Platz in dem japanischen Nationalteam sichern konnte. Keine einfache Sache, denn Winning Eleven gehört zu den beliebtesten Fußballspielen in Japan und hat eine riesige Spielerzahl.

Nach seinem Erfolg in Japan schaffte es Ohnishi, unter die Top drei asiatischen Finalisten für die Weltmeisterschaft zu kommen. Im August gewann er anschließend das Halbfinale gegen den Brasilianer MayconDouglas99. Das Finale ging dann gegen den Indonesien akbarpaudie, den er ebenfalls besiegte und so den Titel mit nach Hause nahm.

Student will als Psychologe Videospielsucht behandeln

Jedoch möchte er seine Erfahrung aus dem digitalen Sport nutzen. Er will nämlich in die Psychiatrie gehen und sich besonders mit dem Thema Spielsucht befassen. Seine Entscheidung erklärte Ohnishi damit, dass er selbst einer Spielsucht nah gekommen ist und er hofft, dass er dieses Erlebnis nutzen kann, um andere Menschen von ihrer Sucht abzubringen.

Am 24. November hat ihn nun seine Universität für diesen Erfolg offiziell ausgezeichnet. Vorerst wird Ohnishi allerdings nicht seinen Titel verteidigen. Wie er ankündigte, will er sich aus dem professionellen eSport zurückziehen und sich auf seine Arbeit als angehender Mediziner konzentrieren.

Videospiele sind nicht böse

Ohnishi betont dabei jedoch deutlich, dass er in Videospielen nichts Schlechtes sieht und sie wirklich positiv das Leben bereichern können. Er empfiehlt deswegen anderen auch die Vorteile zu entdecken und gleichzeitig an ihrem Gefühl von Selbstdisziplin zu arbeiten. eSport sei für ihn ein Bereich, in den jeder eintreten kann, ohne benachteiligt zu sein.

Seine Worte haben dabei eine gewisse Ironie, da ausgerechnet Ohnishi’s Heimat die Region ist, die als einzige in Japan versucht, mit einer Verordnung Videospiele bei Kindern zu regulieren, um die Suchtgefahr zu reduzieren. Das hat allerdings vor allem bei den Kindern für Protest gesorgt.

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