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Japanische Universitäten setzen sich für mehr Akzeptanz von LGBT-Studenten ein

Netzwerk soll beim Austausch von Informationen zu dem Thema helfen

Sexuelle Minderheiten kämpfen in Japan immer noch für Anerkennung und Akzeptanz in vielen Bereichen. Umso erfreulicher ist es, dass immer mehr Universitäten im Land versuchen, LGBT-Studenten zu unterstützen.

Fakultäten und Alumni-Gruppen fördern Initiativen, die sich für mehr Verständnis und ein sicheres Umfeld einsetzen. Einer der Unterstützer ist Gon Matsunaka. Im September erklärte er bei einer Vorlesung an der Hitotsubashi Universität in Tokyo, dass er eine Universität will, an der sexuelle Minderheiten selbstbewusst studieren können.

Vorträge gegen Diskriminierung

Matsunaka selbst ist Präsident der Gruppe Pride Bridge und homosexuell. Die Gruppe besteht aus Absolventen der Universität, die sich freiwillig für die Rechte einsetzen. Im September einigten sie sich mit dem Zentrum für Geschlechterforschung und Sozialwissenschaft auf eine gemeinsame Schaffung eines Umfelds ohne Diskriminierung.

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Als Teil der Vereinbarung soll es 13 Vorträge zu LGBT-Themen geben, wie die gleichgeschlechtliche Ehe und Probleme in der Arbeitswelt. Ebenfalls wollen sie eine Basis aus LGBT-Personen und Unterstützern schaffen. Auf Dauer soll so ein Umfeld entstehen, in dem sich sexuelle Minderheiten wohlfühlen und keine Angst vor Diskriminierungen haben müssen.

Bei einem Vortrag vom 25. September wurde das Thema zum Outing angesprochen. Remi Kodamaya erklärte 500 Personen, dass es wichtig ist, dass andere sich bemühen, die Person zu verstehen, wenn sie sich outet. Kazuki Maenosono sagte hingegen, dass die Universität eine Botschaft vermitteln soll, dass Minderheiten sich im alltäglichen Leben auf dem Campus sicher fühlen können.

Der Grund für das Projekt ist leider ein ziemlich trauriger. 2015 nahm sich ein Student der Universität das Leben. Kurz zuvor hatte er sich einem anderen Studenten anvertraut, der ihn anschließend vor Kommilitonen einfach outete. Matsunaka, der zu dem Zeitpunkt nicht geoutet war, war von dem Vorfall zutiefst getroffen. Als Reaktion gründete er mit zwei anderen Studenten Pride Bridge.

Netzwerk soll landesweit Universitäten verbinden

Mittlerweile reagieren ebenfalls andere Universitäten und starten ähnliche Projekte. Die Universität Tsukuba setzte unter anderem ein nationales Vorbild, als sie Richtlinien gegen die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten veröffentlichte. Es hieß dabei, dass Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung keinen Einfluss auf die Fähigkeiten der Universitätswerte haben. Es sollte deswegen keine Diskriminierungen und Belästigungen geben.

Dazu wurde ein Beratungsbüro eingerichtet, wenn sich Studenten unsicher fühlen und sich anvertrauen wollen. Passend dazu starteten sie nun diesen Juni die University Diversity Alliance. Das Netzwerk besteht aus Personen, die in Verbindung mit Hochschulen stehen. Mitglied sind bereits Personen von der Universität von Tokyo und der Ochanomizu Universität. Ochanomi will als reine Frauenuniversität ab 2020 ebenfalls Trans-Studenten aufnehmen.

Yoshiyuki Kawano von der Fakultät für Humanwissenschaften ist Mitbegründer der Allianz und hat große Hoffnungen für das Projekt. Er hofft, dass Wissen von verschiedenen Universitäten zu Unterstützungsmöglichkeiten von Minderheiten geteilt wird. Es wäre jedenfalls wünschenswert, dass LGBT-Studenten sich im Alltag sicher fühlen können.

Kyodo

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