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Ehrlichkeit ohne jedes Tabu

Japanische YouTuberin im Rollstuhl berichtet aus ihrem Leben

Eine YouTuberin aus der Präfektur Yamagata sorgt in Japan gerade für Wirbel. Auf ihrem YouTube-Channel spricht Mako Shibuya offen über Themen wie Sex und andere Dinge, die sonst eigentlich als Tabu behandelt werden, vor allem wenn man im Rollstuhl sitzt.

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Im Allgemeinen spricht die junge Japanerin über Themen aus ihrem Leben. Vor allem ein Video, indem sie über ihre Art, die Toilette zu benutzen, berichtet, entwickelte sich Hit. Der Clip wurde im September 2019 hochgeladen und würde mittlerweile mehr als 3,3 Millionen Mal angesehen und mehr als 1.000 Mal kommentiert. Vor allem die vielen positiven Rückmeldungen sind für die junge Japanerin ein Ansporn weiterzumachen.

Ein Moment verändert das Leben

Mako Shibuya sitzt seit einer Wirbelsäulenverletzung im Rollstuhl, die sie sich bei einem Sturz im Sommer 2018 zuzog. Vorher hatte die Frau ihren sicheren Job gekündigt, um die Firma ihre Vaters zu übernehmen, die Reet-Dächer repariert.

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Um sich an die Höhe zu gewöhnen, kletterte Mako Shibuya auf das Dach eines Privathauses. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und fiel drei Meter tief in einen Teich. Bei dem Sturz verletzte sie sich schwer an der Taille. Die junge Frau wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und operiert. Sie erlitt einen Bruch der Brustwirbelsäule, sodass der untere Teil ihres Körpers gelähmt blieb.

Vor dem Unfall liebte die junge Japanerin es, enge Kleidung und hohe Schuhe zu tragen. Diesen Style musste sie nun aufgeben, was für sie einen schweren Schritt darstellte. Bald darauf entschloss sie sich, ihren eigenen Style zu entwickeln. Diese positive Einstellung ist mittlerweile ein Markenzeichen für Shibuya geworden. Vor allem die wertvolle Zeit mit ihrem Vater ist der jungen Frau sehr wichtig.

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In den letzten Jahren rettete ihr Vater viele traditionelle Stroh-Dächer in der Präfektur, allerdings wird auch er nicht jünger und seine Kraft lässt immer weiter nach. Es war für den Mann nicht leicht zu festzustellen, dass er bestimmte Dinge nicht mehr einfach machen kann, deswegen sagte sich seine Tochter, dass sie sich nicht darauf fixieren konnte, was sie im Rollstuhl nicht mehr kann.

Mako Shibuya begann das Internet zu durchforsten, um mehr über ihren Zustand zu erfahren. Gleichzeitig suchte sie Informationen zu Themen, wie Menstruation, Sex, Auslandsreisen und ob sie später mal Kinder bekommen könnte. Schnell bemerkte sie, dass sie nur sehr wenige Informationen fand.

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Nach Angaben der einer gemeinnützigen Organisation, der Japan Spinal Cord Foundation, erleiden in Japan jährlich schätzungsweise 5.000 Menschen Verletzungen an der Wirbelsäule. Für diese Leute stehen allerdings nur sehr wenige Informationen zur Verfügung. Deswegen war das Mako Shibuya wichtig, ihren Zustand öffentlich zu machen, um anderen zu helfen, die ähnliche Probleme haben wie sie.

Shibuya begann einen Blog zu führen, in dem sie über Behandlungen und Gefühle sprach, wobei sie Memos und Fotos verwendete, die sie während ihrer Ausenthalte im Krankenhaus auf ihrem Handy gespeichert hatte.

YouTuberin ohne Tabu

Im August 2019 wurde sie YouTuberin und veröffentlichte Videos, die sie bei ihrer Reha zeigten. Außerdem sprach sie über alles, was sie bewegte. Die junge Japanerin hält sich in den Clips nicht zurück, wenn es darum geht, aus ihrem wahren Leben zu berichten. Die Palette reicht von Baden und Auto fahren bis hin zu Reisen.

Bald darauf begann die YouTuberin auch über sensible Themen wie Menstruation und Sex zu reden. Im Oktober 2019 veröffentlichte sie ein Video, in dem sie mit einer anderen Frau, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt, über Sex diskutierte. Nach ihrem Unfall hatte sie noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht und wollte halt mal wissen, wie die andere Frau ihn erlebte.

Mittlerweile berichtet sie auch über eigene Erfahrungen, Obwohl der jungen Japanerin klar ist, dass dieses Thema im Land tabu ist, vor allem für Menschen mit Behinderung, will Mako Shibuya ihren Channel nutzen, um dieses Tabu zu hinterfragen.

Die YouTuberin sagt, dass sie zwar im Rollstuhl sitzt, aber weiterhin dieselbe Person sei, die Wünsche und Träume, auch sexueller Natur hat. Demnächst möchte die junge Frau ein Video veröffentlichen, in dem sie über ihre eigenen Erfahrungen spricht.

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Viele andere Menschen berichten außerdem, dass sie von Mako Shibuya inspiriert wurden. Sie ermutigen die junge YouTuberin indem sie aus ihrem eigenen Leben mit ihrer Behinderung sprechen. Viele freuen sich, wenn sie mit anderen reden können, denen es genauso geht, wie ihnen, weil dies die einzige Möglichkeit, an aktive Informationen zu kommen.

Auch Krankenschwestern und Physiotherapeuten melden sich bei Mako Shibuya und berichten, dass sie ihre Clips ihnen helfen, mit den Patienten besser umzugehen. Mittlerweile hat der YouTube-Channel von Mako Shibuya mehr als 65.000 Abonnenten.

AS

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