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Japanischem Journalisten wird seit fünf Monaten ein neuer Reisepass vorenthalten

Außenministerium prüft den Fall noch

Der japanische Journalist Junpei Yasuda versucht seit fünf Monaten einen neuen Reisepass zu bekommen, nachdem er letztes Jahr nach drei Jahren Gefangenschaft in seine Heimat zurückgekehrt ist. Doch das Außenministerium hat bisher noch nicht über seinen Antrag entschieden.

Vor einigen Tagen sagte der 45-jährige freie Journalist, dass das Ministerium ihm mitteilte, es „untersuche“ seinen Antrag noch. Regierungsbeamten bestätigten dies.

„Mir ist quasi immer noch verboten, ins Ausland zu reisen, da die Entscheidung, mir einen Reisepass auszustellen, jetzt schon seit längerer Zeit nicht gefallen ist“, sagte Yasuda.

Die Verfassung Japans garantiert allen Bürgern die Freiheit, das Land zu verlassen und wieder zu betreten. Allerdings schreibt das Passgesetz vor, dass die Regierung keinen Pass ausstellen darf, wenn der Zielstaat dem Antragsteller die Einreise verweigert oder wenn angenommen wird, dass der Antragsteller die nationalen Interessen schädigen könnte.

Laut Yasuda hat ihm das Ministerium erklärt, dass es besorgt sei, er würde die Vorschriften missachten. Die Türkei hat ihn im Oktober letzten Jahres des Landes verwiesen, nachdem er dort aus seiner Gefangenschaft entlassen wurde, und verweigert ihm die Einreise.

Drei Jahre in Syrien gefangen gehalten

Als Yasuda im Juni 2015 nach Syrien reisen wollte, um über den Islamischen Staat zu berichten, geriet er in Gefangenschaft. Eine militante Gruppe nahm ihn gefangen und beschlagnahmte seinen Reisepass, kurz nachdem er die türkische Grenze nach Syrien zu Fuß überquert hatte, so Yasuda.

Nach seiner Rückkehr nach Japan stellte er am 7. Januar einen Antrag auf einen neuen Reisepass.

Das Ministerium forderte ihn im April auf, seine Reisepläne einzureichen und er erklärte, dass er und seine Familie im Mai nach Indien und Juni nach Europa reisen wollten. Die Türkei war nicht eingeplant.

Normalerweise dauert es ungefähr eine Woche, um als japanischer Bürger einen Reisepass zu erhalten. Eine Wartezeit von über fünf Monaten ist ungewöhnlich.

„Wenn man die Freiheiten und Rechte eines Einzelnen einschränkt, muss man das angemessen erläutern“, sagte Professor Takeshi Ogata von der Universität Doshisha. „Weist das Ministerium den Antrag ab, ist eine ausreichende Begründung notwendig.“

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Ein Regierungsbeamter des Außenministeriums sagte: „Ich kann zu der Angelegenheit keinen Kommentar abgeben, außer dass es untersucht wird.“

Im Jahr 2004 geriet Yasuda im Irak in Gefangenschaft einer bewaffneten Gruppe, als er über den Konflikt im Land berichtete. Drei Tage später ließ man ihn allerdings unverletzt wieder frei, zusammen mit einem weiteren japanischen Mann.

In den darauffolgenden Jahren berichtete er weiterhin über den Mittleren Osten.

Geboren in Iruma in der Saitama Präfektur nahe Tokyo begann er seine Karriere als Journalist 1997 bei der Shinano Mainichi Shinbun in Matsumoto. Seit 2003 arbeitet er als freier Journalist.

Quelle: Kyodo

 

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