Anzeige
HomeNachrichten aus JapanJapanischer Blogger muss wegen diskriminierender Beiträge gegen Koreaner Schadensersatz zahlen

Schadensersatzzahlung wurde erhöht

Japanischer Blogger muss wegen diskriminierender Beiträge gegen Koreaner Schadensersatz zahlen

Koreaner haben es in Japan nicht leicht und besonderes sogenannte Zainichi, eine koreanische Minderheit in Japan, werden immer wieder Opfer von Diskriminierungen. Ein Blogger, der einen koranischen Studenten beleidigte, muss nun Schadensersatz zahlen.

Anzeige

Der Tokyo High Court gab am Mittwoch bekannt, dass sie in dem Berufungsurteil den Blogger erneut schuldig sprechen. Das Gericht sah ein, dass der Mann in den Sechzigern in seinen Blogbeiträgen Zainichi Koreaner verunglimpft und sie bezeichneten die Inhalte als diskriminierend und zutiefst böswillig.

Blogger wird zu höherer Zahlung verurteilt

Geklagt hat ein 18 Jahre alter Student aus Kanagawa, der eine Schadensersatzzahlung von 3 Millionen Yen gefordert (ca. 22.641 Euro) hatte. Er hatte im Januar 2018 an einer Friedensveranstaltung in Kawasaki, Kanagawa teilgenommen, bei der er ein Ende der Vorurteile gegenüber Zainichi Koreanern forderte.

LESEN SIE AUCH:  Anti-koreanischer Aktivist wegen Hassrede in Japan verurteilt

Seine Rede sorgte für viel Aufsehen und wurde mit Videos verbreitet und eine lokale Zeitung berichtete davon. Auch der Blogger wurde auf den Studenten aufmerksam und wetterte auf seinem Blog gegen ihn. Er bezeichnete den Studenten unter anderem als Idiot und als „eine bösartige außerirdische Parasiten-Lebensform“. Ebenfalls machte er sich über das Aussehen des jungen Mannes lustig.

Das Gericht bestätigte, dass die Blogbeiträge zu verunglimpfenden und diskriminierenden Handlungen bei den Lesern aufrufen. Sie verletzten deswegen die Persönlichkeitsrechte des Studenten.

Anzeige

Der Richter entschied aus dem Grund, dass sie die Schadensersatzzahlung sogar noch erhöht werden soll. Die Kawasaki Zweigstelle des Bezirksgerichts von Yokohama hatte den Mann zu 910.000 Yen (ca. 6.866 Euro) verurteilt. Nun soll er 1,3 Millionen Yen (ca. 9.811 Euro) zahlen.

Entschuldigung mindert nicht das Strafmaß

Im ersten Urteil wurde noch bedacht, dass der Mann sich bei dem Stundeten entschuldigen wollte. Das wurde nun jedoch ignoriert, da der Student zum Zeitpunkt des Vorfalls noch Highschool-Schüler war. Es wurde laut dem Richter in einem sehr emotionalen Lebensabschnitt ein so starkes psychisches Leid verursacht, dass eine Entschuldigung es nicht reduzieren kann.

Der Student sagte, dass es ihn freuen würde, wenn das der erste Schritt zum Stoppen von feigen, anonymen Diskriminierungen sei. Sein Anwalt gab an, dass die Anerkennung der Diskriminierung der Herkunft in beiden Urteilen eine wegweisende Entscheidung ist.

Hassreden und Diskriminierungen im Internet haben in den letzten Jahren in Japan deutlich zugenommen. Die Regierung geht nur zögerlich gegen das Problem vor, weswegen Kawasaki bereits selbst eine Verordnung gegen Hassreden erlassen hat, um unter anderem Zainichi besser zu Schützen.

Anzeige
Anzeige