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Japanischer Bürgermeister spricht sich gegen den Einsatz geplanter Raketenabwehrsysteme aus

Nordkorea testete vergangenes Jahr mehrere Raketen, von denen zwei über japanisches Gebiet flogen. Daraufhin entschied die japanische Regierung den Aufbau zweier bodengebundener Raketenabwehrsysteme: die Aegis Ashore-Systeme. Doch nun sprach sich der erste Bürgermeister gegen den Einsatz dieser Systeme aus.

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Der Bürgermeister der japanischen Stadt Abu, Norihiko Hanada, sagte am Donnerstag, dass er sich eindeutig gegen den Einsatz des Verteidigungssystems ausspricht. Laut seiner Meinung könnte das System dazu führen, dass die Sicherheit der Stadtbewohner und ihre friedliche Lebensart erheblich beeinträchtigt werden. Die japanische Regierung wollte die Aegis Ashore-Raketenabwehrsysteme eigentlich auf einem Trainingsgelände für Selbstverteidigungskräfte in der westlichen Stadt Hagi aufbauen.

Die Stadt Abu liegt direkt neben der Stadt, weshalb sich der Bürgermeister auch über die Pläne der Regierung beschwert. Zusätzlich wollte die japanische Regierung auch eine weitere Einheit auf einem SDF-Übungsgelände in der Stadt Akita im Nordosten Japans errichten. Die beiden geplanten Einheiten sollten Japan vor möglichen Raketenangriffen von Nordkorea schützen. Doch die Anwohner von Abu befürchten, dass das Gebiet durch das Verteidigungssystem von einem Raketenangriff ins Visier genommen werden könnte.

Außerdem wird befürchtet, dass gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Wellen, die von den Radaranlagen ausstrahlen, für die Bewohner die Folge sein könnten. Der Bürgermeister von Abu sprach sich gegen den geplanten Einsatz aus, nachdem die Stadtversammlung einstimmig eine Petition von Anwohnern angenommen hatte. Diese Petition forderte eine Rücknahme des Plans der Regierung. Die Entscheidung des Bürgermeisters ist die erste eines Leiters eines Kandidatenstandortes oder einer nahegelegenen Gemeinde. Wie das Verteidigungsministerium auf die Entscheidung reagieren wird, bleibt allerdings fraglich.

Quelle: Mainichi Shimbun

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