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Häftlinge werden geschlagen

Japanischer Journalist berichtet von Gewalt in Myanmars Gefängnissen

Am Freitag wurde der japanische Journalist Yuki Kitazumi aus dem Yangon Gefängnis in Myanmar entlassen, nachdem ihn das Militär im April verhaftet hatte. Obwohl er gut behandelt wurde, berichtet er von furchtbaren Zuständen im Gefängnis.

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In einem Interview sprach Kitazumi über seine Verhaftung und seine Haftzeit in Yangon. Die Sicherheitskräfte hatten ihn festgenommen, da er angeblich Falschinformationen verbreitet hat. Als einer der wenigen ausländischen Journalisten hatte er online über die Proteste gegen den Militärputsch und das brutale Vorgehen des Militärs gegen die Bevölkerung berichtet.

Der Journalist wurde wiederholt verhört

Diese Brutalität war laut Kitazumi auch im Gefängnis wiederzufinden. Er selbst wurde nicht gewalttätig behandelt, da er ein Ausländer war. Andere politische Häftlinge im Gefängnis sagten ihn aber, dass sie mit Knüppeln geschlagen wurden. Ebenfalls wurden sie über langen Zeitraum mit verbundenen Augen verhört.

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Er selbst wurde wiederholt von den Militärbehörden nach den Namen von Personen gefragt, mit denen er zusammengearbeitet hat, und nach seinen angeblichen Kunden. Kitazumi wurde dabei unter Druck gesetzt. Als er versuchte den Soldaten zu erklären, dass ihre Beschreibungen von Ereignissen falsch sind, wollten sie ihn dazu zwingen zuzugeben, dass sie wahr sind.

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Obwohl er ihnen widersprach, musste der Journalist später feststellen, dass selbst in dem Militärfallberichten seine Klarstellung und Ablehnungen verändert wurden. Auf seine Nachfrage wurde ihm erklärt, dass die Behörden die Dokumente nicht ändern wollen, da er nicht bereit sei bei den Ermittlungen zu kooperieren.

Tausende sitzen weiterhin in Haft

Obwohl Kitazumi nun wieder in Japan ist, sind seine Gedanken immer noch in Myanmar. Er sei nur freigekommen, da er die Hilfe von sehr vielen Menschen hatte, wofür er sehr dankbar ist. Mehr als 3.000 politische Gefangene sitzen aber immer noch im Gefängnis.

Der Journalist will deswegen die Informationen über die Situation in dem Land weiter mit der Welt teilen, in der Hoffnung, dass diese Menschen auch befreit werden. Die Lage in Myanmar verschlechtert sich immer mehr. Keiner kann mehr genau sagen, wie viele Menschen bereits bei den Protesten ermordet wurden.

Es wird mittlerweile von bis zu 800 Toten ausgegangen. Hinzu kommt, dass eine Hungernot droht, da die Lebensmittelpreise immer mehr steigen. Japan hat bereits seine Hilfe zugesichert und wird Lebensmittel für mehrere Hunderttausende Menschen ins Land schicken.

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