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HomeNachrichten aus JapanJapanischer Journalist muss wegen einem Retweet Schadenersatz an Osakas Ex-Gouverneur zahlen

Trotz Schuldspruch ist die Strafe deutlich niedriger als gefordert

Japanischer Journalist muss wegen einem Retweet Schadenersatz an Osakas Ex-Gouverneur zahlen

Soziale Medien sind da, um seine eigenen Vorlieben und Ansichten der Welt mitzuteilen. Einen japanischen Journalisten kam das jedoch nun teuer zu stehen. Er muss laut einem Gericht dem ehemaligen Gouverneur von Osaka eine Entschädigung wegen eines Retweets zahlen.

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Am Freitag entschied das Bezirksgericht von Osaka, dass der Journalist Yasumi Iwakami dem ehemaligen Gouverneur von Osaka Toru Hashimoto Schadensersatz zahlen muss. Die zu zahlende Summe beträgt dabei um die 2.756 Euro und ist nur ein Drittel des ursprünglich geforderten Betrags. Hintergrund der Klage war ein Tweet, den Iwakami vor Oktober 2017 auf der Seite Twitter teilte. In ihm wurde impliziert, dass unter Hashimotos Amtszeit ein Mitarbeiter in der Präfekturverwaltung in den Selbstmord getrieben wurde.

Vorwürfe wurden nicht bestätigt

Obwohl Iwakami den Tweet nicht selbst schrieb, implizierte das Retweeten laut dem Richter jedoch eine eindeutige Zustimmung von seiner Seite. Iwakami versuchte sich vergeblich damit zu verteidigen, dass er lediglich Informationen teilen wollte. Da sich der Tweet nie als wahr herausstellte, hatte er augenscheinlich falsche Angaben mit seinen rund 180.000 Followern geteilt und dem Ruf des ehemaligen Gouverneurs geschadet, wie das Gericht entschied.

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Iwakami selbst löschte den Tweet ziemlich schnell, trotzdem erhielt er im Dezember desselben Jahres eine Klage von Hashimoto. Es sei der Eindruck entstanden, dass er zu seiner Zeit als Gouverneur Mobbing und Machtmissbrauch befürwortete. Als Entschädigung forderte er deswegen zirka 9.000 Euro. Ob Iwakamis Anwälte sich gegen das aktuelle Urteil wehren oder es akzeptieren ist nicht bekannt. Hashimoto selbst ist seit 2011 schon nicht mehr als Gouverneur von Osaka aktiv und ist aktuell wohl in keinem politischen Amt tätig.

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Quelle: Kyodo

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