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HomeNachrichten aus JapanJapanischer Kernkraftwerksbetreiber TEPCO zu 600 Millionen Yen Schadensersatz verurteilt

Urteil liegt weit unter der geforderten Summe

Japanischer Kernkraftwerksbetreiber TEPCO zu 600 Millionen Yen Schadensersatz verurteilt

Ein Gericht in Japan hat die Tokyo Electric Power Company (TEPCO) zu Schadensersatz von insgesamt 600 Millionen Yen (ca. 4.724.453 Euro) an 271 Kläger, wegen der Evakuierung infolge der atomaren Katastrophe 2011, verurteilt.

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Der Fukushima District Court in Iwaki entschied am Dienstag in der Klage der 297 Menschen, die zusammen 14,7 Milliarden Yen forderten. Die Kläger kündigten bereits an, Berufung gegen das Urteil einzulegen und für die volle geforderte Summe zu kämpfen.

Tepco wiederholt zu Schadensersatz verurteilt

Es ist bereits das zweite Urteil gegen TEPCO in der Streitfrage, ob und in welchem Maße das Unternehmen für die Menschen die wegen der dreifachen Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiishi ihre Häuser verlassen mussten, Schadensersatz zahlen muss.

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In der ersten Klage hatte der Sendai High Court im vergangenen Jahr TEPCO zur Zahlung von insgesamt über 700 Millionen Yen an die Evakuierten verurteilt.

In der jüngsten Entscheidung sagte der Vorsitzende Richter Yukitaka Najima, dass die Höhe der bereits an die Evakuierten gezahlten „Trostgelder“ auf der Grundlage der vorläufigen Richtlinien der Regierung angemessen sei.

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Die Zahlungen erfolgten auf der Grundlage des Gesetzes zur Entschädigung für nukleare Schäden, das den Betreiber einer Nuklearanlage dazu verpflichtet, die entstandenen Schäden zu ersetzen, unabhängig davon, ob Fahrlässigkeit vorliegt.

Das Gericht in Iwaki verurteilte TEPCO für den Verlust des Heimatortes zusätzlich zu Schadensersatz in Höhe von 2 Millionen Yen pro Person.

Kritik am Urteil

Gleichzeitig wies das Gericht die Forderung der Kläger zurück, dass TEPCO nach dem Zivilgesetzbuch haftbar sei, weil das Unternehmen den Unfall nicht verhindert habe, der ihrer Meinung nach vorhersehbar war.

Die Anwälte der Klägerseite kritisierte das Urteil als ungerecht, da der anerkannte Schaden zu gering sei.

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TEPCO will das Urteil prüfen und dann überlegen, ob das Unternehmen gegen das Urteil vorgehen wird.

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