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Japanischer Nobelpreisträger für Chemie gibt Pressekonferenz

Er sprach über seine Karriere und Freizeit

Vor Kurzem hat der Japaner Akira Yoshino erfahren, dass er mit zwei Kollegen den Nobelpreis für Chemie bekommt. Am Donnerstag gab er mit seiner Frau eine Pressekonferenz, bei der er seine Freude ausdrückte. Dabei sprach er davon, ein großes Ziel erreicht zu haben.

Der Nobelpreis ist mit 9 Millionen schwedischen Kronen (823.828 Euro) dotiert und wird unter Akira Yoshino und seinen Kollegen John Goodenough aus den USA und Stanley Whittingham aus Großbritannien aufgeteilt. Die drei Chemiker arbeiten an Lithium-Ionen-Batterien, was die Jury als äußerst nobelpreiswürdig empfand.

„Lithium-Ionen-Akkus haben unser Leben revolutioniert, seit sie 1991 auf den Markt kamen. Sie haben den Grundstein für eine drahtlose, Fossilbrennstoff-freie Gesellschaft gelegt und sind von größtem Nutzen für die Menschheit“, sagte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Herausforderungen gehören zur Wissenschaft

„Es gibt immer ein Ziel und man findet dort immer einen Schatz“, sagte Yoshino bei der Pressekonferenz und verglich Forschung mit einem Marathonlauf.

Schwierigkeiten würden zur Forschung dazugehören, sie aber auch gerade spannend machen. „Eine Wand zu treffen und darüber hinwegzukommen bedeutet, dass man seinem Ziel einen Schritt näher gekommen ist“, sagte er. Diese Zielstrebigkeit sei das Wichtigste in der Forschung.

Des Weiteren ermutigte er Forscher zu einem „rebellischen Geist mit dem Wunsch, etwas zu tun, was andere nie tun“.

Auch die Ehefrau des Nobelpreisträgers war anwesend

Yoshino trug einen dunklen Anzug mit einer blauen Krawatte und sagte, er sei überrascht von den vielen Glückwünschen, die er in Japan erhalten habe. Seine Frau Kumiko sagte, sie sei unglaublich glücklich. Ihr Mann nahm auch Bezug auf sie, bedankte und entschuldigte sich.

„Ich habe dir Ärger gebracht, als ich in meiner Forschung schwierige Zeiten durchlebte. In Anbetracht der Schwierigkeiten möchte ich, dass du den Preis mit mir genießt.“ Seine Frau war sichtlich gerührt und antwortete: „Vielen Dank für das wunderbarste Geschenk“.

Yoshino sagte, nachdem er die Nachricht bekommen hatte, brauchte er einige Zeit, um sie zu realisieren. Erst als er die Zeitungen las, die ihn auf der Titelseite hatten, wurde ihm klar, dass es die Realität ist.

Alle drei Preisträger sind Professoren

Die drei Nobelpreisträger sind alle hauptberuflich Professoren. Yoshino, mit 71 Jahren der jüngste der drei, lehrt an der Meijo Universität. Zudem ist er Ehrenmitglied des japanischen Chemieunternehmens Asahi Kasei Corp. Der 77-jährige Whittingham lehrt an der Binghamton Universität.

Der Amerikaner Goodenough ist mit 97 Jahren der älteste der Chemiker und nun gleichzeitig der älteste Mensch, der je einen Nobelpreis erhalten hat. Er hat einen Lehrstuhl an der University of Texas in Austin inne. Zudem ist er eine inspirierende Figur für Yoshino. Am frühen Donnerstag sagte der japanische Wissenschaftler zu Kyodo News: „Ich werde die Forschung fortsetzen, solange ich lebe“, wie der amerikanische Chemiker.

Forschung der Chemiker baut aufeinander auf

Die Arbeit der drei Chemiker baut aufeinander auf. Die Akademie sagte, dass Whittingham in den 1970er Jahren eine innovative Kathode in einer Lithiumbatterie aus Titandisulfid entwickelt hat, die Lithiumionen speichern kann.

Dann kam Goodenough, der voraussagte, dass die Kathode ein größeres Potenzial haben würde, wenn sie mit einem Metalloxid hergestellt würde. Er zeigte 1980, dass Kobaltoxid helfen könnte, leistungsfähigere Batterien herzustellen.

1985 kam dann Yoshinos große Stunde. Basierend auf Goodenoughs Kathoden-Forschung verwendete er ein Kohlenstoff-Material in der Anode und schuf 1985 die ersten kommerziell nutzbaren Lithium-Ionen-Batterien. Damit waren die leichten wiederaufladbaren Stromquellen geboren, die derzeit in einer Vielzahl von elektronischen Geräten wie Smartphones und Laptops verwendet werden.

Hoffnung auf Nobelpreis

Yoshino sprach mit den Medien auch über die Verbreitung und den weltweiten Einsatz der von ihm mit entwickelten Batterie. Aufgrund ihrer Popularität habe sich ein kleiner Teil von ihm den Nobelpreis vorstellen können. „99 Prozent von mir haben es nicht erwartet, aber 1 Prozent von mir dachte, dass es vielleicht passieren könnte.“

Ironischerweise hat Yoshino erst vor fünf Jahren ein Handy bekommen, das er lange Zeit nur ungern benutzte. Yoshino ist der erste Japaner seit 2002, der den Nobelpreis für Chemie erhielt. Bei einem Medieninterview am Morgen sagte er zu Kindern: „Wenn man neugierig ist und viele Dinge erlebt, wird man mit Sicherheit einen Nobelpreis bekommen.“

Begeisterung für Chemie seit der Kindheit

Yoshino wurde später in seinem Asahi Kasei Büro mit Applaus und Beifall von rund 500 Mitarbeitern begrüßt. „Die Kinder aller Kinder müssen glücklich gewesen sein zu sagen, dass die Gesellschaft ihrer Väter erstaunlich ist. Das bereitet mir die größte Freude“, sagte er.

Der Nobelpreisträger interessierte sich zum ersten Mal für Chemie, als er als Viertklässler tätig war, nachdem ihm sein Lehrer „The Chemical History of a Candle“, eine Sammlung von Vorträgen des britischen Chemikers Michael Faraday aus dem 19. Jahrhundert, vorgestellt hatte.

Die Vorträge erklärten jungen Menschen und Wissenschaftsanfängern damals mit einer brennenden Kerze die Chemie. Yoshino kaufte das Buch sofort und tauchte ein. „Warum brennen Kerzen? Warum sind die Flammen gelb? Wofür sind die Dochte da? Ich dachte, das macht irgendwie Spaß“, sagte er am Mittwoch.

Zunächst Archäologie-Studium

Seine Neugierde führte ihn dazu, dass er sein ganzes Leben lang verschiedene Dinge studierte und erlebte. Yoshino trat in die Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Kyoto Universität ein, aber er beschäftigte sich dort zunächst mit Archäologie und grub Ruinen aus.

„Es ist besser, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, nicht nur aus dem eigenen Fachgebiet“, sagte Yoshino und fügte hinzu, dass das Studium der Archäologie „nützlich“ gewesen sei, um ihm bewusst zu machen, wie sich die Zeiten ändern.

1972 schloss er sich dem Vorgänger von Asahi Kasei an, um zu forschen. Aber seine Forschung und Lehre haben ihn nicht daran gehindert, das Leben außerhalb seines Faches zu genießen. Er spricht nie über seinen Job zu Hause, so seine Frau, die 1973 Yoshino heiratete. Das Paar geht spazieren und spielt am Wochenende Tennis.

Freizeit auch für Nobelpreisträger wichtig

Yoshino traf seine Frau während des Archäologie-Studiums, sie haben zwei Töchter und einen Sohn. Er singt gerne Karaoke und geht mit Familie, Freunden und Kollegen aus. Er schaut sich auch gerne historische Dokumentationen an.

„Es besteht eine zu große Kluft zwischen zu Hause und draußen“, scherzte seine Frau am Mittwochabend mit Reportern. „Er räkelt sich oft im Haus.“  Yoshino sagt, dass es wichtig ist, Ruhezeiten zu haben. Er sagt, er habe sich eine Idee ausgedacht, die einen freien Nachmittag nach der Reinigung seines Labors zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien führte.

kyodo

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