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HomeNachrichten aus JapanJapanischer Politiker ist gegen unterschiedliche Nachnamen wegen möglichem Anstieg der Kriminalität

Politiker gibt an, dass Aussage missverstanden wurde

Japanischer Politiker ist gegen unterschiedliche Nachnamen wegen möglichem Anstieg der Kriminalität

In Japan kämpfen weiterhin viele Ehepaare für ein Recht auf ihren eigenen Nachnamen. Die Politik weigert sich allerdings weiterhin und lässt sich mittlerweile immer kuriosere Gründe einfallen. Unter anderem wird behauptet, dass mit unterschiedlichen Namen wohl die Kriminalität steigt.

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Die Präfekturversammlung von Ehime befasste sich kürzlich mit einer Petition, die eine Wahl des Nachnamens forderte. Allerdings lehnte das zuständige Komitee die Forderung am 10. März ab, nachdem ein Versammlungsmitglied behauptet hatte, dass bei einer Erlaubnis die Verbrechen steigen.

Japans Familienwerte verschwinden angeblich

Die skurrile Behauptung kam von dem 62-jährigen Yasuyuki Moritaka von der liberaldemokratischen Partei. Er gab an, dass er gefühlt sehr viele Fälle von Mord oder Misshandlung sehe, die in Verbindung mit Ehen nach dem Common Law stehen. Unter dem Gesetz können Paar heiraten und ihren Namen behalten, dafür sind sie jedoch nicht offiziell in staatlichen Aufzeichnungen registriert. Allgemein wird sie auch als Ehe ohne Trauschein beschrieben.

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Weiter fragte Moritaka, ob die originalen Werte und Formen der Familie in der japanischen Gesellschaft zerbrechen. Moritaka vermutete, dass die Wahl des Nachnamen die Kriminalität ermöglicht, weswegen sie vorsichtig bei so einem System sein sollen.

In einem anschließenden Interview war Moritaka der Ansicht, dass er nichts Extremes gesagt habe. Er erklärte, dass die Scheidungen in Japan ansteigen und die ursprünglichen Familienwerte verschwinden. Es gäbe viele Fälle, wo der Verfall der Werte zu erkennen sei. Das sei deswegen der Hintergrund seiner Aussage gewesen und nicht, dass unterschiedliche Namen für mehr Verbrechen sorgen.

Drei Mitglieder reichten Petition ein

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Moritaka selbst gibt an, dass er lieber ein Ergebnis nach mehreren Debatten gehabt hätte. Allerdings wurde das System weder im nationalen Parlament noch in der regionalen Versammlung diskutiert. Zu seiner Aussage sagte er noch, dass ihn niemand auf die Problematik seiner Wortwahl hinwies. Auch wurde er nicht vom Vorsitzenden verwarnt. Er hätte nach eigenen Angaben sonst genauer erklärt, was seine Absicht war.

Trotzdem waren viele wenig erfreut über den Kommentar. Naho Ida, Direktorin der Bürgergruppe Sentakuteki Fufu Bessei Zenkoku Chinjo Action, äußerte sich dazu. Die Aussage habe absolut keine Belege, auf die sie sich stützen konnte. Es sei deswegen einfach nur eine diskriminierende Bemerkung, weswegen Ida eine Zurücknahme des Statements fordert.

Vermutlich wurde aufgrund seiner Aussage die Petition abgelehnt, die im Februar offiziell vorgelegt wurde. Eingereicht wurde sie von drei Mitgliedern der Versammlung. Einer ist von der kommunistischen Partei Japan, einer von der konstitutionellen demokratischen Partei und das letzte Mitglied ist unabhängig. Vorgestellt wurde die Petition von der Vorsitzenden der New Japan Women’s Association in Aichi, Yoriko Kurushima.

Versammlungsmitglieder äußern sich kaum zur Petition

Es wurde gefordert ein Positionsdokument anzunehmen, mit dem die Zentralregierung aufgefordert wird, das bürgerliche Gesetzbuch zu überarbeiten, damit es eine Wahl beim Nachnamen gibt. Zurzeit sind verheiratete Paare gezwungen ihren Namen zu ändern, was viele Nachteile und Schwierigkeiten für das tägliche Leben mit sich bringt.

Als bei einer ersten Abstimmung die Petition fünf zu eins abgelehnt wurde, versuchte Katsuhiko Tanaka von der JCP und einer der Personen, die sie einreichten, die Mitglieder umzustimmen. Er war der einzige, der für das System stimmte. Es gehe nicht darum Paaren den Namen vorzuschreiben, sondern darum den Prozess optional zu machen. Er ist sich dabei sicher, dass so eine Entscheidung in der Gesellschaft für kein Chaos sorgt. Er war neben Moritaka die einzige Person, die sich während der Sitzung äußerte.

Die Überprüfung der Petition wird bei der Plenarsitzung der Präfekturversammlung am 18. März besprochen. Dort soll über sie erneut abgestimmt werden. Es gibt demnach noch die Möglichkeit, dass sie doch angenommen wird.

Auch die Bevölkerung zeigt sich von der Entscheidung enttäuscht. Eine 26 Jahre alte Frau, die aus Ehime stammt, heiratete unter dem Common Law, da sie ihren Nachnamen behalten wollte. Sie ist nun wirklich verletzt und enttäuscht, dass so eine Äußerung von Moritaka aus Ehime kommt. Aus diesem Grund möchte sie, dass wirklich die Meinung der Menschen gehört wird.

MS

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