Japanischer Politiker nimmt Anschuldigung, dass Anime Mitschuld an Gewaltverbrechen tragen, zurück

In Schockmomenten müssen natürlich immer schnell Erklärungen gefunden werden, aber dass Anime gewalttätig machen, fanden viele schon weit hergeholt. Nachdem der erste Schreck verarbeitet ist, beruhigen die Gemüter sich langsam wieder.

Ende Oktober wurde der Japaner Takahiro Shiraishi verhaftet, nachdem in seiner Wohnung in Zama, Präfektur Kanagawa, eine Leiche entdeckt wurde. Die Polizei fand auch eine Säge, mit der Shirashi sein Opfer zerstückelt haben soll, um die Leichenteile besser entsorgen zu können.

Der Vorfall sorgte für Aufruhr in der normalerweise als sicher geltenden japanischen Gesellschaft. Die Massenmedien stürzten sich auf den Vorfall und sorgten dafür, dass schnell eine hitzige Diskussion entstand. Der japanische Politiker Ichita Yamamoto (Mitglied des Oberhauses) trat kurze Zeit später in der Shin Hodo 2001 Talkshow auf Fuji TV auf und sorgte mit folgenden Statement für Diskussionen:

„Ich glaube, Shiraishi hat es getan, weil er so viele Videospielte zockte. Er war deswegen nicht mehr in der Lage zwischen realer Welt und Fiktion zu unterscheiden. In letzter Zeit gibt es immer mehr Anime und Games, die eine bizarre und groteske Welt erschaffen. Ich habe das Gefühl, dass sich immer mehr junge Menschen davon beeinflussen lassen.“

Japan - Takahiro Shiraishi
Der mutmaßliche Serienmörder Takahiro Shiraishi

Während sich in der Vergangenheit schon einige japanische Serienkiller als Anime-Fans outeten, lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen Shiraishis Anime- sowie Gameleidenschaft und seinen Taten nicht herstellen. Laut Angaben einer bisher unbekannten Zeugin, soll der Täter zwar Serien wie When They Cry und School Days gesehen haben, Beweise dafür konnten aber bisher nicht erbracht werden.

Genau wegen diesen Mangels an konkreten Beweisen, dass sein Hobby für Shiraishis morden verantwortlich waren, haben viele Online-Kommentare die Äußerungen des Politikers stark kritisiert. Dies führte dazu, dass Yamamoto sich jetzt offiziell entschuldigte.

Sobald ich das damals gesagt habe, dachte ich „Oh, das ist eine äußerst unangemessene Aussage. Sicher wird mein Kommentar missverstanden.“ Ich denke aber nicht, dass es konkrete Zusammenhänge zwischen Anime und bestimmten Todesfällen gibt.

Allen Leute, die in der Anime-Produktion tätig sind und allen Fans möchte ich hier eindeutig sagen, dass meine Aussage unglaublich unhöflich und absolut unpassend für den Vorsitzenden des Komitees der liberalen demokratischen Partei Japans ist.

Ich bin selbst auch Manga- und Anime-Fans. Deswegen bedauere ich meine leichtsinnigen Worte zutiefst, und kann nur sagen, dass sie ein großer Fehler waren.  Ich richte mich an alle Menschen, die mit Anime zu tun haben und sie lieben und sage „Es tut mir aufrichtig leid!“

Shirashi befindet sich zurzeit in Polizeigewahrsam und wartet auf seinen Prozess.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück