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Japanischer Polizist organisiert Workshops, um Drogensüchtigen zu helfen statt sie nur zu verhaften

Der Polizist leitet seit mittlerweile 10 Jahren Anti-Drogen-Workshops

Yoshiharu Hachiya arbeitete viele Jahre als Polizist in Tokyo. Seine Erfahrungen lehrten ihn, dass Drogensüchtige zu verhaften nicht der einzige Weg ist, um Drogenkonsum zu unterbinden. Seit 10 Jahren veranstaltet er monatlich einen Workshop, um Süchtigen zu helfen, von den Drogen wegzukommen. Vielen ebnete er so den Weg in ein glückliches und produktives Leben.

Hachiya ist der Kapitän der Anti-Drogen-Abteilung des 5. Städtischen Polizei-Departments von Tokyo, das sich mit Drogen-Kriminalität befasst. In seinem „No Drugs“-Workshop hilft der 62-jährige Polizist Konsumenten illegaler Substanzen, die Probleme, die sie zum Drogenkonsum bewegten, anzusprechen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Er hegt die Hoffnung, durch diesen Austausch die Süchtigen zu animieren, den Konsum wieder einzustellen.

Hilfe für Betroffene und deren Familien

An einer kürzlich stattgefundenen Sitzung nahmen 50 Personen teil, darunter viele Teilnehmer, die regelmäßig Drogen und andere illegale Stimulanzien konsumieren. Cannabis war dabei die am häufigsten verwendete Droge. Die Teilnehmer wurden in insgesamt sieben Gruppen eingeteilt, die sich untereinander austauschten. Als Veranstaltungsort stellte die Polizei von Tokyo in der Station Ikebukuro den großen Hörsaal und die Cafeteria zur Verfügung.

In separaten Gruppen hatten auch die Familienmitglieder von Drogen-Konsumenten die Möglichkeit über ihre Probleme zu sprechen. An den 90-minütigen Sitzungen nahmen auch Psychologen, Anwälte und andere Polizisten teil.

Am Ende dieser Veranstaltung richtete sich Hachiya direkt an die teilnehmenden Süchtigen. Er meinte, er wolle nicht, dass die Leute aufhören Drogen zu nehmen, vielmehr gehe es darum, den Betroffenen zu helfen, ihre Familien mehr zu schätzen zu lernen. Wer die Drogen einmal erfolgreich hinter sich gelassen hat, da ist der Polizist sicher, wird nicht wiederkommen. Bis dahin stehe allen, die von den Substanzen wegkommen wollen, die Beratungsstelle weiterhin offen.

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Viele kommen immer wieder, um den Polizisten zu treffen

Auch ehemals Betroffene nehmen immer wieder an den Veranstaltungen teil, selbst wenn sie bereits seit vielen Jahren wieder clean sind. Vielen half Hachiya von den Drogen loszukommen. Sie reden mit anderen darüber, wie sie mit dem Drang umgehen, wieder rückfällig zu werden. Den meisten helfen die Gespräche, um sich selbst weiter im Griff zu behalten. Bei diesen Gesprächen erhalten die ehemaligen Konsumenten immer wieder Zuspruch von Familien und anderen Betroffenen, die sich ihre Probleme anhören und um die Gesundheit der anderen Teilnehmer besorgt sind.

Drogen
Immer mehr, auch hohe Beamte greifen zu Drogen Bild: Wikimedia Commons

Ein Vorfall im Jahr 2008 führte dazu, dass sich der Polizist entschloss, nicht nur die Dealer zu fangen, sondern gleichzeitig den Süchtigen zu helfen. Ein Mann, den Hachiya erst vor Kurzem wegen des Konsums von Drogen verhaftet hatte, wurde von einem seiner Kollegen wieder zum Präsidium gebracht, wegen desselben Anklagepunktes. Dabei stellte der Beamte fest, dass die Polizei nur die Täter verhaftet, nicht aber den Betroffenen hilft, einen anderen Weg einzuschlagen. Bemühungen, diesen Menschen zu helfen oder Rückfälle zu verhindern, gebe es kaum. Mittlerweile arbeitet Hachiya seit mehr als 10 Jahren mit den Konsumenten zusammen an ihrem Weg in ein normales Leben.

Rückfall-Quote über 60 Prozent

Die Statistik der nationalen Polizei-Behörden zeigt, dass im vergangenen Jahr Maßnahmen gegen 13.862 Personen wegen des Verdachts auf Drogenkonsum ergriffen wurden. 9.868 davon nahmen Stimulanzien und 3.578 wurden wegen des Konsums von Cannabis verhaftet. Die Rückfall-Quote bei Leuten, die Stimulanzien nehmen, lag im vergangenen Jahr bei 66,1 Prozent.

Hachiya begann seine Beratungs-Workshops im August 2009. Im Laufe der Zeit nahmen mehr als 400 Drogen-Konsumenten und deren Familienmitglieder an diesen Veranstaltungen teil. Allerdings waren nicht alle in der Lage, den Drogen zu entkommen. Drei ehemalige Teilnehmer wurden erneut von der Polizei verhaftet. Während einige Personen nur einige Male kamen, gibt es auch Menschen, die 18 Monate oder länger immer wieder zu den Gesprächsrunden mit dem Polizisten kommen.

Der Beamte sich sicher, dass vor allem die Tatsache, dass diese Personen keine Familien oder Freunde außerhalb der Szene hatten, dazu führte, dass sie wieder zu den illegalen Stoffen griffen. Deswegen wird er seine Workshops so lange fortführen, wie Menschen Unterstützung brauchen.

AS

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