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Seit Jahren verschwindet Geld, was jedoch geduldet wird

Japanischer Priester lässt Dieb seit Jahren die Opfergaben stehlen

Wer schon einmal in einen japanischen Tempel war, kennt sicher die Opferboxen zum Beten. Bevor man still um Gesundheit, Glück oder etwas anderes bittet, wird etwas Kleingeld in die Kiste geworfen. Ein Dieb räumt nun seit einer Weile am Daihoji Tempel regelmäßig die Box leer. Der Oberpriester hat damit aber nicht wirklich ein Problem.

Seit Jahren verschwinden beim Daihoji Tempel in Aisai, Aichi, regelmäßig Opfergaben. Der Tempel ist ein sogenannter enkiri Tempel, der Menschen mit schlechten Beziehungen helfen soll. Aus dem Grund gibt es relativ viele Besucher, die auch viel Geld in der Opferbox lassen, um ein Gebet sprechen zu können. Einmal war sie komplett leer, obwohl sie in der Nacht zuvor definitiv Geld enthalten hatte.

Wenn das Geld hilft, schaut der Priester nicht hin

Die Kiste ist eigentlich verschlossen, damit niemand an das Geld kommt. Kurz nach dem Aufstellen vor fünf Jahren bemerkte Haseo jedoch, dass immer wieder jemand aus der Box klaute. Die Diebstähle erfolgen dabei nach keinem genauen Muster und das Geld verschwindet unregelmäßig. Mal fehlt etwas jeden Monat, manchmal nur nach sechs Monaten.

Oberpriester Renka Haseo sieht das jedoch nicht so eng obwohl bereits mehr als 100 Mal geklaut wurde. Eher im Gegenteil. Er passt sogar darauf auf, dass in der Box immer etwas Kleingeld für den Dieb liegt. Um die acht bis 16 Euro legt er manchmal aus der eigenen Tasche in die Kiste, damit sie nicht leer ist. Auf ein Schloss verzichtete er ebenfalls.

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Die Begründung für seine ungewöhnliche Reaktion ist dabei simpel. Wenn das Geld jemand anderem hilft, hat Haseo kein Problem, dass es genommen wird. Allerdings wünscht er sich, dass er eines Tages die Möglichkeit hat, direkt mit dem Dieb zu reden, um herauszufinden, ob er ihm bei seinen Problemen vielleicht helfen kann.

Sicherheitsmaßnahmen bringen nichts

Aus dem Grund ist an der Kiste auch ein kleines Plastikschild angebracht. Auf diesem bittet Haseo den Dieb darum, dass er, wenn er das Geld wirklich braucht vorher der Jizo Gottheit dankt. Ebenfalls fragt er, ob die unbekannte Person einen Priester sprechen will.

Leider teilen einige Menschen nicht die Meinung von Haseo und versuchten den Dieb zu stoppen. Eins der Gemeindemitglieder, dass den Tempel finanziell unterstützt, ließ im Januar einen Alarm in der Kiste installieren, der beim Öffnen Geldschublade der Box angeht.

Der Dieb wusste das wohl, denn im Februar war eines Nachts die komplette Kiste verschwunden. Daraufhin ließ der Tempel im Juni eine neue liefern, was jedoch zu einem weiteren skurrilen Ereignis führte. Am 19. Juni wurde die alte Kiste, die 20 Kilogramm wiegt, in den frühen Morgenstunden verkehrt herum auf dem Gelände gefunden. Weihrauchstäbchen, Asche und andere Dinge waren um sie herum verstreut.

Haseo war über das Ereignis so schockiert, dass er die Überwachungskamera am Friedhof des Tempels überprüfte, die es erst seit zwei Jahren gab. Zu seiner Überraschung war ein Mann zu sehen, der in den 60er oder 70er war. Er hatte versucht mit einem Schraubenzieher das Schloss der Geldschublade zu öffnen. Als er es jedoch nicht schaffte, hob er einfach die ganze Box hoch und ging damit weg.

Priester lädt auf ein Gespräch und Mittagessen ein

Anscheint konnte er sich jedoch aufgrund des Gewichts nicht lange tragen und warf sie anschließend 30 Meter vom ursprünglichen Standort zu Boden. Das Geld hatte er am Ende dann doch nicht genommen. Auf weiteren Aufnahmen tauchte der Mann immer auf, wenn Geld aus der Kiste genommen wurde. Wer er ist, bleibt weiterhin ein Geheimnis.

Der Vorfall führte jedoch dazu, dass Haseo zum ersten Mal die Polizei benachrichtigte. Er hatte Angst, dass es möglicherweise zu weiteren Schäden an dem Tempel kommt. Wütend war er auf den Mann allerdings nicht. Haseo hängte eine Nachricht für den Dieb auf, in der er ihn bat, ihn doch zur Tageszeit zu besuchen.

Er würde gerne mit ihm reden, beten, Mittagesessen und Süßigkeiten zusammen essen. Auch die kleine Nachricht an der Box gibt es weiterhin. Als kleiner Seitenhieb befindet sie sich nun jedoch direkt auf dem Schlüsselloch, was der Dieb aufbrechen wollte.

Haseo leitet seit 1996 den Tempel als Oberpriester, nachdem sein Bruder Oberpriester eines anderen Tempels wurde. Für ihn ist Daihoji ein Ort für Seelen in Schwierigkeiten und er bemüht sich Menschen in Not zu helfen. Er veröffentlichte seine Handynummer für alle und bietet eine ganztägige Beratung das ganze Jahr lang an. Viele nutzen das Angebot und sprechen mit dem Priester über ihre Probleme.

Tas

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