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Japanischer Professor bezeichnet den Märchenprinzen von Schneewittchen als Sexualstraftäter

Jeder kennt eigentlich die Geschichte von Schneewittchen und ihrer bösen Stiefmutter. Auch, dass der Prinz die Schöne wachküssen möchte, gehört zum Märchen dazu, hat ja bei Dornröschen auch ganz gut geklappt. Während sich die meisten an den Märchen einfach nur erfreuen, stehen diese aber auch immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Erörterungen.

Professor Kazue Muta von der Universität Osaka ist Spezialist für historische Soziologie und Geschlechtertheorie und beschäftigt sich schon berufsbedingt viel mit der Rolle der Frau im historischen Kontext. Er veröffentlichte auch schon ein sehr erfolgreiches Buch über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

Der Professor ist aber auch auf Twitter sehr aktiv und dort postete er vor Kurzem einen Kommentar, indem er die Märchenprinzen aus Schneewittchen und Dornröschen des sexuellen Übergriffs bezichtigte. In diesem Tweet bezog er sich auf einen Mann auf Wakayama, der verhaftet wurde, weil er eine schlafende Frau im Zug einfach geküsst hat. Unter anderem schreibt er:

„Wenn man rational über Schneewittchen und Dornröschen nachdenkt, die als Prinzessinnen durch den Kuss eines Prinzen aufgeweckt werden, beschreiben die Geschichten sexuelle Übergriffe auf eine bewusstlose Person. Man könnte meinen, ich ruiniere das Fantastische des Ganzen, aber diese Geschichten fördern sexuelle Gewalt und ich möchte, dass sich jeder dessen bewusst ist.“

Diese Mitteilung löste eine Welle an Reaktionen in dem sozialen Netzwerk aus, die sowohl Unterstützung als auch heftige Ablehnung zum Ausdruck bringen. Viele Nutzer halten den Kommentar für ziemlich überzogen und sind der Meinung, dass der Professor mit dieser These mehr potentiellen Schaden anrichten würde, als dass er damit nutzen verbreite. Eine Reaktion, die besonders gut ankam ist diese: „Ich bin Anwalt und da Schneewittchen keine Anzeige erstattet, gibt es keinen Grund für eine Beschwerde wegen eines sexuellen Übergriffs.“

Selbstverständlich hat Professor Muta mit diesem Kommentar das Problem sexueller Übergriffe wieder ins Bewusstsein der Menschen gebracht. Ob man die Prinzen aus den alten Geschichten für ihr Verhalten allerdings haftbar machen sollte, ist aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen.

Denn wenn man sich die ursprüngliche Version von Schneewittchen ansieht, gibt es dort eigentlich gar keinen Kuss. Denn der vergiftete Apfel fällt aus ihrem Mund, als Schneewittchens Glassarg einem Träger aus den Händen gleitet. Dass der Prinz genau genommen eine Leiche mitnehmen wollte, darüber hat sich bisher ja auch keiner beschwert.

Snow White
Bild: Alte Illistration zu Schneewittchen

Auch bei Dornröschen ist es kein einfacher Übergriff des Prinzen auf die schlafende Schönheit, denn ihm wird vorher gesagt, dass nur ein Kuss den Fluch brechen kann. Demzufolge würden sich die Feen, die ihm dies mitteilen, praktisch der Anstiftung schuldig machen.

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