Anzeige
HomeNachrichten aus JapanJapanisches Gericht lehnt Klage gegen gleiche Nachnamenpflicht für Ehepaare ab

Ehepaar versuchte bereits getrennte Namen registrieren zu lassen

Japanisches Gericht lehnt Klage gegen gleiche Nachnamenpflicht für Ehepaare ab

Ehepartner müssen in Japan beide den Namen des Mannes tragen. Damit sind viele Frauen nicht wirklich glücklich und würden aus verschiedenen Gründen lieber ihren eigenen Namen behalten. Ein Paar versuchte nun gegen die Nachnamenpflicht zu klagen. Die Schadenersatzforderung lehnte am Montag allerdings das Gericht ab.

Anzeige

Der Anwalt Hiroki Deguchi reichte zusammen mit seiner Frau die Klage beim Tokyo Bezirksgericht ein. Er war der Ansicht, dass das Gesetz verfassungswidrig ist, da es in der Verfassung Gleichberechtigung unter dem Gesetz gibt. Das Ehepaar wollte deswegen als Entschädigung 0,085 Euro. Trotz der kleinen Summe entschied sich Richter Yukio Shinada gegen den Schadensersatz.

Frauen werden diskriminiert

Es habe laut ihm keine Veränderung der Situation gegeben, seitdem der Oberste Gerichtshof 2015 die Pflicht als nicht verfassungswidrig erklärte. Das Oberste Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass es eine gängige Praxis in der japanischen Gesellschaft sei, dass Paare den gleichen Namen annehmen. Allerdings sehen viele darin ein großes Problem, den Frauen sollen stets den Namen ihres Mannes tragen, obwohl das im Gesetz nicht festgehalten ist. Dort steht nur, dass es ein einheitlicher Nachname bei Ehepaaren sein muss.

LESEN SIE AUCH:  Japanische Nachnamen werden nun auch im Englischen zuerst geschrieben

Ob der Anwalt und seine Frau nun Widerspruch einlegen und erneut klagen, ist nicht bekannt. Das Paar versuchte schon vor der Klage, das Gesetz zu umgehen. Am 1. August wollten sie ihre Ehe mit getrennten Namen registrieren lassen. Der Bezirk Setagaya in Tokyo lehnte das jedoch ab und sie mussten sich beide auf den Namen des Mannes, Deguchi, eintragen lassen. Für die Frau führte das zu einer unangenehmen Situation, da sie zwei Kinder aus einer ersten Ehe hat.

UN fördert Änderung von Japan

Ihre Kinder tragen aufgrund einer Vereinbarung bei der Scheidung jedoch den Namen des Exmannes. Die Kinder wollten deswegen ihren Namen auf den der Mutter ändern lassen. Das ist jedoch gleichermaßen nicht möglich aufgrund der Gesetzeslage durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Für Außenstehende ist es somit nicht am Namen erkennbar, dass die Frau die Mutter der Kinder ist.

Anzeige

Immer mehr Paar und Frauen fordern mittlerweile, dass Japan das Gesetz ändert und unterschiedliche Nachnamen erlaubt. Der UN Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau ist ebenfalls mit der Situation äußerst unzufrieden. Sie forderten deswegen Japan bereits auf, ihr Zivilgesetzbuch anzupassen, um die Diskriminierung zu beseitigen.

MS

Anzeige
Anzeige