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Japanisches Gericht spricht erstes Urteil, das durch Fern-Dolmetscher übersetzt wird

Zwei Frauen aus den Philippinen standen vor Gericht

Ein japanisches Gericht verurteilte vor wenigen Tagen zwei Frauen von den Philippinen zu einer Bewährungsstrafe, nachdem sie gegen das japanische Einwanderungsgesetz verstoßen hatten. Dabei wurden zum ersten Mal überhaupt Dolmetscher per Video-Link aus einem anderen Gericht hinzugeschaltet.

Ein Dolmetscher aus Japan, der über eine Video-Verbindung auf einem großen Monitor gezeigt wurde, erklärte den beiden Frauen auf Tagalog, ihrer Muttersprache, die Urteile des Bezirksgerichts von Yamagata. In getrennten Urteilen wurden beide Frauen, die um die 30 Jahre alt sind, zu einer Strafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Über eine Video-Verbindung wurden der Gerichtssaal und ein separater Raum im selben Gerichtsbezirk miteinander verbunden, um weitere Zeugen vernehmen zu können. Durch diese Verbindung wurde auch der Übersetzer für die beiden Angeklagten hinzugeschaltet. Eine revidierte Strafprozess-Ordnung trat 2018 in Kraft und gibt Zeugen, die außerhalb eines bestimmten Gebiets leben, die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern. Per Fernübertragung sollen auch diese Zeugen gehört werden können, ohne selbst zu Verhandlung anreisen zu müssen.

Immer weniger Japaner wollen als Dolmetscher arbeiten

Dasselbe System wurde auch für Dolmetscher freigegeben. Die Anzahl von Menschen in Japan, die als Übersetzer arbeiten sinkt, während die Nachfrage immer schneller ansteigt. In der Zeit von 2014 bis 2018 ging die Anzahl offiziell registrierter Dolmetscher in Japan um vier Prozent auf 3.788 zurück. In derselben Zeit stieg die Anzahl ausländischer Angeklagter, die einen Dolmetscher benötigen um 60 Prozent auf 3.757 Personen an. Der oberste Gerichtshof Japans veröffentlichte diese Zahlen selbst.

Aus dem Urteil geht hervor, dass die beiden Frauen mit einem Arbeitsvisum als Köchinnen nach Japan einreisten. Von Oktober 2017 bis Oktober 2019 arbeiteten sie als Angestellten eines Kosmetik-Herstellers. Beide Frauen ließen ihre Visa verlängern, nachdem sie der Einwanderungsbehörde fälschlicherweise erklärt hatten, dass sie ihre Beschäftigung in der Firma fortsetzen könnten.

Kyodo

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