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CEO äußert sich diskriminierend zu Koreanern

Japanisches Kosmetikunternehmen empört mit rassistischem Kommentar

In Japan ist Rassismus gegen verschiedene Bevölkerungsgruppen weiterhin ein großes Problem, weswegen einige Firmen versuchen sich offen für Toleranz einzusetzen. Dem Kosmetikunternehmen DHC Corp. passt das jedoch gar nicht und es empörte nun in einem öffentlichen Schreiben über Suntory mit rassistischen Aussagen.

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Auf der offiziellen Webseite des Unternehmens veröffentlichte der Vorsitzende und CEO Yoshiaki Yoshida schon im November eine Nachricht, die sich gegen die Konkurrenz im Bereich Nahrungsergänzungsmittel richtete. Er schreibt dabei, dass die Produkte weit den von der anderen Firma überlegen sind.

Diskriminierungen gegen Koreaner

Yoshida richtet sich dabei direkt gegen das Unternehmen Suntory. Er verwendete für die Firma einen Spitznamen, den Rassisten online verwenden, um gegen die Firma wegen der Nutzung von ethnischen Koreanern als Werbegesicht zu hetzen.

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Laut ihm sei es nicht verwunderlich, dass die Firma Chontory genannt wird, wenn sie ständig nur koreanisch-japanische Models haben. „Chon“ ist dabei eine diskriminierende Bezeichnung für Koreaner in Japan. Weiter wirbt Yoshida indirekt dafür, dass sein Unternehmen rein von Ausländern sei. DHC sei eine authentische japanische Firma, auch bei den Werbepersonen.

Der Kommentar sorgte online für massive Empörung, nachdem er am Mittwoch auf Twitter viral gegangen war. DHC reagierte darauf bisher nicht und verweigerte auch gegenüber der Presse eine Antwort mit der Aussage, dass sie nichts zu sagen hätten.

Kommentar ist nicht der erste rassistische Vorfall

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Es ist dabei nicht das erste Mal, dass Yoshida mit rassistischen Aussagen gegenüber Koreanern auffällt. Vor fünf Jahren veröffentlichte er ebenfalls auf der Webseite unter dem Unternehmensprofil eine persönliche Nachricht. In ihr schrieb er, dass falsche Japaner nicht gebraucht werden, womit er auf Koreaner mit japanischer Staatsbürgerschaft anspielt. Auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu abwertenden Äußerungen zu Koreanern.

2019 übertrug DHC Television Co., eine Tochtergesellschaft des Unternehmens, ein Online-Programm, das gegen Südkorea hetzte und zum Boykott von ihren Produkten aufrief. Als Reaktion entschuldige sich nicht das Unternehmen selbst, sondern die südkoreanische Filiale, die sogar eine Erklärung abgab.

Rassismus in Japan wird immer problematischer

Suntory gab zu dem aktuellen Vorfall an, dass sie sich nicht zu dem Kommentar äußern wollen. Jedoch betonen sie, dass sie die Menschenrechte hoch schätzen und sie sich der Wichtigkeit bewusst sind diese auch zu achten. Gegen DHC wollen sie keinen Protest einreichen, wie ein Beamter anmerkte.

Bei Experten sorgt der Fall hingegen für Besorgnis. Kolumnist Takashi Odajima erklärte, dass in Japans Gesellschaft zurzeit eine Atmosphäre herrscht, die flagrante Diskriminierung toleriert. Es herrscht die Meinung, dass Personen sagen können, was sie wollen, solange es nur um ihr Geld geht. Wie aggressiv teilweise die Stimmung in Japan ist, zeigte auch kürzlich ein Werbespot von Nike gegen Rassismus und Mobbing, der massenweise rassistische Kommentare verursachte.

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