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Japanisches Laienrichter-System muss geändert werden

Viele Japaner haben keine Probleme mit dem japanischen Laienrichter-System, allerdings ergab eine Umfrage, dass das System umgebaut werden muss.

Seit 10 Jahren gibt es in Japan sogenannte Laienrichter. Das System soll Japaner in Gerichtsentscheidungen einziehen.

Im März und April befragte die japanische Zeitung Asahi Shimbun knapp 2.000 Menschen, die bereits als Laienrichter fungiert haben. 748 Personen haben bei der Umfrage mitgemacht.

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Urteile werden von Laienrichter oft als angemessen angesehen

Die Menschen wurden gefragt, ob sie während der abschließenden Beratung, die zu einer Entscheidung über das Urteil führt, eine Lücke zwischen sich und den professionellen Richtern verspürt haben. Das System sieht vor, dass sechs Laienrichter und drei Fachrichter eine Entscheidung treffen.

46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Unterschied empfanden, 47 Prozent sagten, dass sie dies nicht tun.

77 Prozent der Befragten sagten jedoch, dass sie mit dem Urteil, dass gefällt wurde, einverstanden waren, 18 Prozent widersprachen dem Urteil.

Die Zeitung fragte auch, ob es eine Änderung bei dem festgelegten Strafmaß gab, seitdem es das Laienrichter-System gibt. Zum Beispiel sind die ausgesprochenen Strafen für Sexualverbrechen strenger geworden. 84 Prozent gaben an, dass die Bestrafung angemessen war.

55 Prozent gaben an, dass in einigen Mordfällen eine angemessene Strafe verhängt wurde. Die Umfrage ergab also, dass viele Laienrichter ihre Erfahrung positiv empfanden.

Nur wenige sind bereit Laienrichter zu werden

Allerdings gibt es bei diesem System auch Probleme. So lehnen es mittlerweile viele Japaner ab, als Laienrichter tätig zu werden. Gründe dafür sind oft Arbeits- und Erziehungspflichten.

67 Prozent der Kanditaten wurden 2018 wegen einer dieser Gründe aus dem System entlassen.

Nur wenige Unternehmen in Japan haben ein System, dass Mitarbeiter freistellt, wenn sie zum Laienrichter berufen werden. 35 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen kein System gibt und 17 Prozent sagten, dass sie Urlaub nehmen müssten.

32 Prozent gaben an, dass sie kein Urlaub nehmen konnten, davon waren die meisten allerdings selbstständig.

Außerdem wurde angegeben, dass immer mehr befürchten, dass wenn ein Angeklagter auf seine Unschuld beharrt, sich das Verfahren stark in die Länge ziehen könnte.

Das Laienrichter-System gilt nur für Fälle, die in erster Instanz verhandelt werden. Das führt allerdings dazu, dass es eine gewisse Unzufriedenheit gibt, da höhere Gerichte oft ein vom Laienrichter-System mitgetragenes Urteil einkassierten.

Quelle: Asahi Shimbun

 

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