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Japanisches Plakat behauptet: „Kurze Röcke von Schuluniformen provozieren sexuelle Übergriffe“

Viele Organisationen bringen Produkte auf den Markt, die Schülerinnen und junge Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen sollen. Für das Begrapschen von jungen Mädchen und Frauen gibt es in Japan ein eigenes Wort: „Chikan“. Die Polizei verteilt regelmäßig Poster, in denen sie Betroffene ermutigt, solche Übergriffe zu melden.

Während die Poster gegen Chikan vor allem an Bahnhöfen und in Zügen ausgehängt sind, veröffentlichte vor Kurzem eine Schule ein eigenes Poster, das vor den Gefahren von kurzen Röcken bei Schuluniformen warnt. Diese würden sexuelle Übergriffe verursachen. Während die Schülerinnen kurze Rock niedlich finden, würden sie zu mehr Sexualverbrechen führen.

Nachdem eine Schülerin das umstrittene Bild ihrem Bruder geschickt hatte, teilte dieser es auf Twitter. Der ursprüngliche Tweet wurde mittlerweile zwar wieder gelöscht, vorher hatten aber schon einige Medien davon erfahren. Das Poster an sich ist aber weiterhin im Netz zu finden. Es zeigt eine Hand, die nach einer Schülerin zu greifen scheint, deren Rock kurz über dem Knie endet.

Poster über sexuelle Übergriffe
Bild: Twitter / @BARANEKO0409

Kleidung ist keine Entschuldigung für Übergriffe

Die Menschen, die das Poster online sahen, reagierten empört auf die Botschaft, dass die Länge einer Schuluniform für sexuelle Übergriffe verantwortlich gemacht wird. Die Opfer würden damit für die Taten der Grapscher mit verantwortlich gemacht. Diese Aussagen erreichte auch den Auftraggeber des Posters, Kanko. Die Firma ist der größte Hersteller für Schuluniformen in Japan.

Um Übergriffen vorzubeugen, hängte das Unternehmen die Poster an mehreren Schulen überall im Land auf. Nach der negativen Presse, die das Plakat nach sich zog, entschloss sich Kanko vor wenigen Tagen, das Bild wieder zurückzurufen. Auf ihrer Webseite veröffentlichte die Firma eine Entschuldigung. Darin erklärte Kanko, dass das ursprüngliche Plakat bereits 2012 in Zusammenarbeit mit der Polizei entstand.

2012 führte die Polizei Seminare an Mittel- und Oberschulen durch, in denen sie das Bewusstsein für Chikan steigerte und den Schülerinnen Tipps zur Selbstverteidigung gab. Als Firma, die sich viel mit Schulen beschäftigt, unterstützte Kanko die Polizei bei dieser Aktion. Bereits damals hängte das Unternehmen an den entsprechenden Schulen jene Poster auf, die heute so viel Aufsehen erregen.

Das Poster behauptet, dass Schülerinnen selbst etwas falsch machen, indem sie einen zu kurzen Rock tragen. Dass die Botschaft heute so negativ aufgenommen wurde, bedauert das Unternehmen und stellt klar, wie sehr es die Beleidigung der Schülerinnen und jungen Frauen bedauert.

Chikan ist heute, sechs Jahre nach Erscheinen des Bildes, immer noch ein großes Problem. Mittlerweile warnen auch andere Länder ihre Touristen vor sexuellen Übergriffen wie Chikan und benutzten in ihren Informationen auch dieses Wort.

Quelle: JIN

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