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Seiza für ungeübte Menschen eine schmerzhafte Erfahrung

Japanisches Sitzen wird als unangemessene Bestrafung anerkannt

Japanisches Sitzen, also Seiza, bei dem man kniend auf den Fersen und mit geradem Rücken sitzt, wird als Bestrafung anerkannt.

Ein Ausschuss des japanischen Sozialministeriums teilte am Dienstag mit, dass, wenn Kinder zu Seiza gezwungen werden, es als eine moralisch inakzeptable Form der Bestrafung nach dem neuen Gesetz zur Verhütung von Kindesmissbrauch anerkannt wird.

Japanisches Sitzen für ungeübte Menschen sehr schmerzhaft

Der Seiza-Stil, bei dem eine Person auf dem Boden kniet und sich zurücklehnt und ihr Gesäß mit den Fußspitzen flach auf den Boden legt, ist eine traditionelle Art auf japanischen Tatami-Matten zu sitzen, die oft bei feierlichen Zeremonien praktiziert wird oder beim Besuch von Tempeln. Ist jemand diese Sitzhaltung nicht gewöhnt, kann das schnell sehr schmerzhaft werden.

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Das neue Gesetz zur Verhütung von Kindesmissbrauch sieht vor, dass Strafen, die körperliche Schmerzen verursachen, unabhängig davon, wie leicht sie sind oder ob Eltern sie für disziplinarisch halten, verboten sind.

Nach dem Gesetz werden auch Prügelstrafen, zum Beispiel wenn ein Kind seine Hausaufgaben nicht macht, als nicht hinnehmbare Bestrafung angesehen.

Tod eines 5-jährigen Mädchens Grund für neues Gesetz

Im März 2018 starb ein 5-jähriges Mädchen in Tokyos Meguro Ward, obwohl sie ihre Eltern verzweifelt darum bat, sie nicht mehr zu misshandeln.

Ihr Stiefvater sagte vor Gericht, dass er das Mädchen aus Frustration über seine erfolglosen Versuche, sie zu disziplinieren, angriff. Er wurde im Oktober wegen körperlicher Misshandlung und Vernachlässigung zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

Das neue Gesetz, das im Anschluss an diesen Fall erlassen wurde, sieht jedoch keine Strafen für Straftäter vor, und es gibt eine Debatte darüber, ob Japan eine zivilrechtliche Bestimmung beibehalten sollte, die den Aufsichtsbehörden das Recht einräumt, Kinder zu disziplinieren.

Kyodo

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