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Auch bei Hochzeiten wird Urlaub ermöglicht

Japanisches Unternehmen gibt Mitarbeitern Urlaub, wenn ihr Lieblingsidol aufhört

Idols haben in Japan einen besonderen Status und werden teilweise wie Gottheiten verehrt. Besonders große Fans sind bereit viel Geld für ihre Lieblinge auszugeben und ihnen bedeuten die Musiker viel. Ein japanisches Unternehmen erlaubt deswegen seinen Mitarbeitern nun, sich beim Karriereende eines Idols freizunehmen.

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Das Ende eines Idols ist meistens ein tränenreiches Ereignis für die Fans, das oft noch mit einer Abschiedsveranstaltung gefeiert wird. Ein kreatives Medienunternehmen aus Tokyo mit dem Namen Hiroro hat für die Trauer der Fans jedoch Verständnis.

Bei Hochzeiten von Idols gibt es auch Urlaub

Im Rahmen des Oshi Vacation System wird ihnen seit Kurzem erlaubt sich eine gewisse Anzahl an bezahlten Urlaubstagen zunehmen, um den Verlust zu verarbeiten. Oshi ist dabei ein Begriff, der für Lieblingsidols verwenden wird.

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Wenn das Lieblingsidol eines Mitarbeiters aufhört, darf er sich bis zu zehn Tage freinehmen, wobei es erlaubt ist, die Tage auch aufzuteilen. Bei einem weniger beliebten Star sind es hingegen nur drei Tage. Allerdings dürfen sich Angestellte nicht nur bei einem Karriereende Urlaub nehmen.

Auch wenn der Liebling heiratet, stehen einem zehn Tage zu. Hochzeiten von Idols sind meistens ein großes Ereignis. Für die großen Fans ist es hingegen oft ein Alptraum, weil für sie es bedeutet, dass ihr Liebling nun nicht mehr Single ist. Tatsächlich gibt es Agenturen, bei denen Stars nicht einmal Personen daten dürfen, da man der Ansicht ist, dass sonst das Interesse der Fans sinkt.

Psychische Gesundheit wird ernst genommen

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Ein weiterer Punkt, den die Regelung abdeckt, sind Konzerte und Meet and Greets. Mitarbeitern wird erlaubt, die Arbeit früher zu verlassen oder sich auch freizunehmen, um an den Veranstaltungen teilzunehmen.

Shizen Tsurumi, Gründer und Präsident von Hiroro, erklärte die Regelung damit, dass für sie emotionale und mentale Gesundheit genauso wichtig ist wie der körperliche Zustand ihrer Angestellten. Er bekam bereits selbst mit, was für Auswirkungen solche Ereignisse haben können.

Glückliche Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter

Ein Vorzeigemitarbeiter fing letzten Sommer an unkonzentriert und abweisend zu sein. Wie sich herausstellte, war er ein großer Fan der Sängerin Nana Mizuki, die kurz vorher ihre Hochzeit bekannt gab. Etwas später bemerkte Tsurumi, dass es auch einem anderen Mitarbeiter nicht gut ging, da sein Lieblingsidol aufhören wollte.

Er bot ihm deswegen an, sich freizunehmen, wenn er etwas Zeit für sich braucht. Der Angestellte nahm das Angebot an, woraufhin Tsurumi beschloss, die neue Regelung einzuführen. Die Mitarbeiter sollen so produktiv und glücklich sein.

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Das verspricht das Unternehmen auch auf seiner Webseite, wo unter anderem „Nichts motiviert jemanden mehr dazu, hart zu arbeiten, als das Gefühl von Liebe für andere Menschen und Dinge“ steht. Anders als manche andere japanischen Unternehmen hat Hiroro damit verstanden, dass ein wirklich glücklicher Angestellter auch ein effizienter ist.

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