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HomeNachrichten aus JapanJapans 7. Corona-Welle hat verheerende Auswirkungen auf die darstellenden Künste

Viele Vorführungen müssen erneut abgesagt werden

Japans 7. Corona-Welle hat verheerende Auswirkungen auf die darstellenden Künste

Japans Kunstbranche hat zu großen Teilen stark unter der Pandemie gelitten. Besonders hart hat es auch hier allerdings die darstellenden Künste getroffen. Eine Vielzahl von Bühnenaufführungen musste abgesagt werden, sodass inzwischen viele traditionelle Künste kurz vor dem Aus stehen.

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Die Zahl der Aufführungen, die aufgrund der pandemischen Situation abgesagt werden mussten, ist im Juli noch einmal sprunghaft angestiegen und die Aussichten für diesen Monat sind auch nicht besser. Wie schlecht es um die Branche steht, wurde auf einem Symposium des „Japan Performing Arts Solidarity Network“ thematisiert.

Die traditionellen Künste fürchten um ihre Existenz

Das Japan Performing Arts Solidarity Network setzt sich aus mehr als 240 Veranstaltenden, Produktionsfirmen und Theatergruppen zusammen.

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Die Branche schwächelt. Immer mehr Aufführungen fallen aus, während auf der anderen Seite die Produktionskosten pro Show steigen.

Nach Angaben der Organisation wurden im Juli von insgesamt 676 Aufführungen 128 abgesagt, was etwa dem 4,7-fachen des monatlichen Durchschnitts für den Zeitraum zwischen Januar und Juni entspricht.

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Auch intern gibt es Probleme. Ein Gruppenmitglied berichtete: „Wir mussten auch den Eröffnungstag der August-Aufführung verschieben, weil einige von uns während der Proben positiv auf COVID-19 getestet wurden.“

Da die Darstellenden auf der Bühne normalerweise keine Gesichtsmasken tragen, werden andere Maßnahmen ergriffen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die meisten greifen auf Testsysteme zurück, um Infektionsfälle frühestmöglich zu erkennen.

Immer mehr Infektionen auch hinter den Kulissen

Nach Angaben des Leiters des Sekretariats des Japan Performing Arts Solidarity Network würden im Falle eines positiven Tests im Team auch alle Mitarbeitenden noch einmal getestet, die im unmittelbaren Umfeld der jeweiligen Person gearbeitet haben.

Inzwischen hätten sich viele von ihnen, darunter auch asymptomatische Personen, als infiziert erwiesen.

Auch die Kabuki-Show „Shichigatsu Okabuki“ die vom 19. bis zum 29. Juli im Kabukiza-Theater in Tokyo laufen sollte, musste inzwischen gänzlich abgesagt werden, da 66 Mitarbeitende der Show positiv auf COVID-19 getestet wurden. Das gab die Produktionsfirma Shochiku Co. kürzlich bekannt.

18 der 66 Betroffenen hatten sich aufgrund eines Unwohlseins testen lassen. Alle anderen ließen sich testen, weil sie in unmittelbarer Nähe zu diesen Personen gearbeitet hatten.

Jede einzelne Testung kostet die Veranstaltenden mehrere Tausend Yen. Eine enorme Belastung für die eh schon geschwächte Branche.

Kein ausgerufener COVID-19-Notstand, keine staatliche Unterstützung

Das japanische Industrieministerium hatte die Veranstaltenden während der Pandemie über das Programm „J-LOD“ unterstützt, während die Agentur für kulturelle Angelegenheiten zu demselben Zweck das „ARTS for the future! 2“-Projekt ins Leben gerufen hatte.

Nun wurde jedoch inzwischen der offizielle COVID-19-Notstand aufgehoben und die von der Regierung auf den Weg gebrachten Programme bieten für abgesagte Aufführungen keine Entschädigung mehr.

Nur das Programm der Kulturagentur bietet noch in manchen Fällen eine Entschädigung an, wenn die jeweils abgesagte Aufführung von den Veranstaltenden auf einen neuen Termin innerhalb des noch laufenden Jahres verschoben wird. Kein leichtes Unterfangen, da die Entwicklung der pandemischen Lange auch für die Veranstaltenden kaum vorherzusehen ist.

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