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Japans Anime-Industrie steckt trotz der Beliebtheit in der Krise

Immer mehr Anime-Regisseure bemängeln Probleme in der Branche

Japans boomende Anime-Industrie steckt in der Krise, mit niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und einen großen Mangel an Künstlern. Auch die weltweite Beliebtheit von Anime ist ein großes Problem.

Japan ist derzeit der einzige echte Herausforderer für Hollywoods Dominanz im arbeitsintensiven Genre Animation. Doch gerade in der Zeit, in der Anime-Filme wie“ Your Name“ an der Dominanz Disney und Pixar rütteln, werden strukturelle Probleme immer deutlicher.

Arbeitsbedingungen und Mangel an Kreativität

Zwar ist Hayao Miyazaki mit 78 Jahren wieder aus dem Ruhestand gekommen um an „How Do You Live?“ zu arbeiten, aber andere Branchen-Persönlichkeiten äußern sich mittlerweile skeptisch.

Yoshiaki Nishimura, ein ehemaliger Weggefährte von Miyazaki, der eine Oscar-Nominierung für „Die Geschichte der Prinzessin Kaguya“ bekam, sagte, dass die Branche Probleme hat. Es gibt einen Mangel an Animatoren, schlechte Arbeitsbedingungen und einen Mangel an Kreativität.

Mehr zum Thema:  Kommentar: Werden Anime qualitativ immer schlechter?

Seine Kollegen beklagen sich ebenfalls über die niedrigen Löhne, einen Mangel an neuen Talenten und überlastete Animationsteams, die häufig 12 bis 18 Stunden am Tag arbeiten.

Es gibt immer weniger neue Animatoren die von Hand zeichnen können

Keiichi Hara, dessen aktueller Film „The Wonderland“ auf dem Annecy Film Fest gezeigt wird, nach dem er vor vier Jahren für „Miss Hokusai“ mit einem Awards ausgezeichnet wurde, fürchtet um die Zukunft der japanischen Anime.

„Das vielleicht größte Problem in der japanischen Animationsindustrie ist, dass es keine jungen Animatoren mehr gibt“, warnt er.

Ayumu Watanabe, dessen Anime-Film „Children of the Sea“ gerade in die japanischen Kinos gekommen ist, macht sich Sorgen um die visuelle Standardisierung und mangelnde Originalität, was seiner Meinung nach nicht durch die Tatsache gestützt wird, dass immer weniger Animatoren gut von Hand zeichnen können.

Bis zur Erschöpfung …

Selbst so bekannte Regisseure wie Mamoru Hosoda, der „Wolfskinder“, „Der Junge und das Biest“ und „Das Mädchen, dass durch die Zeit sprang“ produzierte, muss mit relativ kleinen Teams stundenlange Überstunden machen.

In einem Interview im vergangenen Jahr sagte er, dass sein Film „Mirai“ von seiner Frau inspiriert wurde, die sich darüber beschwerte, dass sie sich wie eine Witwe fühlte und dass sie ihren Sohn alleine großziehen muss.

Laut Watanabe hat sich die Branche in zwei Extreme aufgespalten: „Große Produktionen, die einen unglaubliche Anzahl von Animatoren beschäftigen und am anderen Ende der Skala mehr künstlerische Projekte, die sehr viel weniger Geld haben.

Im Moment sind alle Augen auf die Veröffentlichung von „Weathering With You“ gerichtet, Makoto Shinkais Nachfolger des Anime-Hits „Your Name„.

Anime-Produktionen gehören mittlerweile zum Mainstream

Waren Anime eigentlich immer ein Nischenprodukt und etwas verpönt, ist das Genre mittlerweile im Mainstream angekommen. Allerdings versuchen sich einige Regisseure gegen diesen Trend zu stemmen. Darunter auch Yoshiaki Nishimura, der mit seinem Studio Ponoc versucht den „Ghibli-Stil und Geist am Leben zu halten“, mit einer Mischung aus handgezeichneten und computergenerierten Animationen, feierte das Studio 2017 mit „Mary and the Witch’s Flower“ seinen ersten Hit.

Für Nishimura sind die Sorgen der Branche das Ergebnis einer Anhäufung von Problemen in den letzten fünf bis zehn Jahren, aber er will mit seinem Studio eine neue Umgebung schaffen.

Laut Amel Lacombe, dessen Unternehmen Eurozoom ein wichtiger französischer Animationsdistributor ist, sind die Schwierigkeiten der Branche auf ihr schnelles Wachstum zurückzuführen, und befinde sich jetzt in einer Phase der Anpassung.

Sie glaubt, dass die japanische Regierung sich der Bedeutung und globalen Reichweite von Anime als „Exportmacht“ bewusst werde.

Quelle: AS, AT, EN,

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2 Kommentare

  1. „Darunter auch Yoshiaki Nishimura, der mit seinem Studio Poco versucht den „Ghibli-Stil und Geist am Leben zu halten“, mit einer Mischung aus handgezeichneten und computergenerierten Animationen, feierte das Studio 2017 mit „Mary and the Witch’s Flower“ seinen ersten Hit.“

    Das Studio heißt PONOC.

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