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Endgültige Genehmigung

Japans Atomaufsichtsbehörde genehmigt Freisetzung des Wassers aus Fukushima Daiichi

Japans Atomaufsichtsbehörde hat am Freitag den Plan zur Freisetzung des kontaminierten Wassers des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi ins Meer genehmigt. Im Mai hatte die Behörde bereits einem Plan zugestimmt, der ihr vorgelegt wurde.

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Die japanische Regierung und der Kraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power Company (TEPCO) wollen im nächsten Frühjahr damit beginnen, das Wasser etwa einen Kilometer vor der Pazifikküste in der Präfektur Fukushima freizusetzen. Das Wasser enthält schwer zu entfernendes Tritium unterhalb eines zulässigen Grenzwerts und wird weiter verdünnt.

Atomaufsichtsbehörde sieht keine Probleme mit der Ableitung ins Meer

TEPCO will mit dem Bau der Ableitungseinrichtungen beginnen, nachdem die Gemeinden, in denen das Kraftwerk steht, ihre Zustimmung erteilt haben. Die Fischereigemeinden in Japan lehnen den Plan jedoch ab, da sie einen Imageschaden für die Fischindustrie befürchten.

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Auch China und Südkorea haben bereits Protest gegen den Plan eingelegt.

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TEPCO beantragte bei der Atomaufsichtsbehörde im Dezember offiziell, das Wasser durch einen Tunnel ins Meer zu leiten. Die Ableitung wird laut Schätzungen mehrere Jahrzehnte dauern.

Im Mai gab die Atomaufsichtsbehörde ihre Genehmigung für die Spezifikationen der Verdünnungsanlage sowie für eine Methode zur Unterbrechung der Ableitung von behandeltem Wasser.

Bei der Aufsichtsbehörde gingen rund 1 200 Stellungnahmen aus der Bevölkerung ein, in denen sie ihre Meinung zu dem Plan äußerten.

Eine Anregung lautete, dass die Aufsichtsbehörde der Bevölkerung die Sicherheit des Plans deutlich erklären sollte. Ein weiterer Vorschlag lautete: Es sollte Alternativen geben, wie z. B. die Vergrößerung der Lagertanks und die Ausweitung des Geländes.

Südkorea und China protestieren erneut

Als Reaktion auf die offizielle Genehmigung des Plans durch die Aufsichtsbehörde hielt die südkoreanische Regierung eine einberufene Sitzung ab und betonte in einer Erklärung, dass sie die bestmöglichen Maßnahmen ergreifen werde, da die Gesundheit und die Sicherheit der Bevölkerung von größter Bedeutung seien.

„Südkoreanische Experten nehmen an der Überwachung der geplanten Einleitung teil, die von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) geleitet wird“, so die japanische Regierung. Zudem will die Regierung auch mit der IAEO zusammenarbeiten, damit eine wissenschaftliche und objektive Überprüfung stattfindet und das kontaminierte Wasser im Einklang mit internationalen Gesetzen und Kriterien behandelt wird.

Auch China legte noch einmal Protest ein. Der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin, sagte auf einer Pressekonferenz, es sei äußerst unverantwortlich, dass Japan die Bedenken aller Parteien ignoriert.

Er wies darauf hin, dass viele Fragen zu den Umweltauswirkungen der geplanten Wassereinleitung, zur Zuverlässigkeit der japanischen Daten und zur Wirksamkeit der Reinigungsgeräte aufgeworfen worden seien. Zudem soll die japanische Regierung noch auf eine von China und Russland gemeinsam vorgelegte Liste technischer Probleme reagieren.

„Wenn Japan auf einen gefährlichen Schritt besteht, wird es definitiv den Preis für sein unverantwortliches Verhalten zahlen und einen historischen Makel hinterlassen“, warnte Wang.

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