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Japan fordert Maßnahmen

Japans Außenminister fordert von Südkorea Reaktion aufs „Trostfrauen“-Urteil

Zurzeit ist die Stimmung zwischen Südkorea und Japan wieder sehr angespannt. Grund dafür ist ein südkoreanisches Gerichtsurteil, das Japan zur Entschädigung von 12 sogenannten „Trostfrauen“ auffordert. Nun meldete sich Japans Außenminister zu Wort und macht weiter Druck auf Südkorea.

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Am Montag kritisierte Außenminister Toshimitsu Motegi in einer Rede während der regulären Parlamentssitzung das Urteil stark und nannte es äußerst bedauerlich. Es entstand dadurch eine abnormale und undenkbare Situation in Bezug auf das Völkerrecht sowie der bilateralen Beziehungen. Südkorea soll deswegen das Problem schnellstmöglich beseitigen.

Südkorea hält sich mit Reaktionen zurück

Tokyo selbst gab an, dass das Urteil gegen die völkerrechtliche Immunität verstößt. Nach der darf ein Staat nicht ohne Weiteres durch ein ausländisches Gericht verurteilt werden und ein Land ist an sich von der Judikative einer anderen Nation befreit.

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Motegi betonte, dass er weithin nachdrücklich eine angemessene Antwort von Südkorea fordert, da es die Beziehung zueinander belastet. Südkorea hatten bisher nur angeben, dass sie die Angelegenheit ernst nehmen und sich um eine Lösung bemühen. Das Urteil selbst akzeptierten sie.

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Mitglieder der Regierungspartei forderten zuletzt die Regierung auf, dass sie Maßnahmen gegen Seoul ergreifen. Unter anderen soll die Einsetzung des japanischen Botschafters verzögert werden. Direkte Pläne zu einer Reaktion gibt es allerdings noch nicht.

Japan soll Trostfrauen entschädigen

Im weiteren Verlauf sprach Motegi ebenfalls die südkoreanische Dokdo Inseln an, die Japan zurückfordert. Er erklärte, dass sie ruhig und entschlossen mit Bezug auf historische Fakten sowie dem Völkerrecht den Streit um die Inseln beseitigen wollen. Sicherheitsbedenken zu Chinas Aktivitäten in der Nähe von japanischen Gewässern kamen auch zu Worte.

Das Urteil zur Entschädigung vom 8. Januar, welches ein unabhängiger Richter traf, wird von vielen Seiten in Japan heftig kritisiert. Insgesamt soll Japan den ehemaligen Trostfrauen umgerechnet 74.879 Euro bezahlen. Von den eigentlichen Klägerinnen leben nur noch fünf Frauen. Japan erkennt das Urteil nicht an und hat nicht vor zu zahlen.

Japan behaart weiter auf gemeinsame Abkommen

Als Trostfrauen werden allgemein Frauen bezeichnet, die während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsprostituierte in japanischen Militärbordellen arbeiten mussten. Ein großer Teil von ihnen kam aus Südkorea und China. Aber auch aus anderen besetzten Gebieten wurden Frauen verschleppt und zur Prostitution gezwungen.

Japan sieht das Kriegsverbrechen seit einem bilateralen Abkommen mit Südkorea von 1965 als geklärt an und will sich damit nicht weiter befassen. Nach einer weiteren Vereinbarung von 2015 ist für sie die Entschädigungsfrage geklärt und das Problem wird als endgültig, irreversibel gelöst bezeichnet.

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