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Japans Behörden für öffentliche Sicherheit nach Hinrichtung von Aum-Gründer in Alarmbereitschaft

Nachdem der Gründer von Aum Shinrikyo, Chizuo Matsumoto, hingerichtet wurde, sind die Behörden für öffentliche Sicherheit in Alarmbereitschaft, da sie einen Anstieg von Aktivitäten der Aum Shinrikyo-Ableger befürchten.

Die Behörden für öffentliche Sicherheit haben ihre Bedenken geäußert, dass die Hinrichtungen der Mitglieder der Sekte eine Art Massenhysterie auslösen könnten. Unter anderem rechnen die Behörden mit Selbstmorden von Mitgliedern sowie Vergeltungsmaßnahmen gegen die Gesellschaft oder gegen Polizeieinrichtungen. Außerdem blieb auch die Frage offen, wer Matsumotos Leiche erhalten wird, da befürchtet wird, dass seine letzte Ruhestätte zu einem Ort der Verherrlichung werden könnte.

Matsumoto, der den Namen Shoko Asahara trug, wurde im Tokyo Detention House für seine Straftaten hingerichtet, bei denen 27 Menschen starben – unter anderem durch den tödlichen Sarin-Nervengas-Angriff auf die Tokyoter U-Bahn von 1995. Um mögliche Maßnahmen der Ableger der Gruppe zu unterbinden, hat die Behörde für öffentliche Sicherheit am 6. Juli eine spezielle Untersuchung eingeleitet und durchgeführt. Bei dieser Untersuchung wurden 26 Einrichtungen in Tokyo, Hokkaido und 12 weiteren Präfekturen durchsucht, in denen sich die Ablegergruppen versammeln.

Die Kontrollen der 26 Einrichtungen wurden noch am selben Tag bis 18 Uhr abgeschlossen. Diese Kontrollen sind nach einem Gesetz von 1999 über die Kontrolle von Organisationen, die wahllose Massenmorde begangen haben, erlaubt. Die nationale Polizeidienststelle hat mehrere Beamten landesweit vor möglichen Angriffen gewarnt und sie angewiesen, verdächtige Aktivitäten der Anhänger im Auge zu behalten. Außerdem stärkte die Polizeidienststelle auch die Umgebung von Haftanstalten, in denen sechs weitere ehemalige Mitglieder von Aum Shinrikyo für die Todesstrafe sitzen. Das Tokyoter Metropolitan Police Department entsandte außerdem Bereitschaftsbeamte zum Tokyo Detention House, in dem drei weitere Inhaftierte sitzen.

Aber auch zum Gebäude des Justizministeriums wurden zusätzliche Beamte zum Schutz geschickt. Nach Angaben der Behörde für öffentliche Sicherheit gibt es neben dem Nachfolger von Aum Shinrikyo, Aleph, zwei weitere Aum Shinrikyo-bezogene Gruppen. Eine dieser Gruppen ist Hikari no Wa (Lichtkreis), der sich 2007 von Aleph trennte. Die andere Gruppe trennte sich 2015 von Aleph nach internen Streitigkeiten. Angeblich folgte die Spaltung von Aleph im Jahr 2015, nach einer Fehde unter Matsumotos Verwandten. Diese sollen gestritten haben, wer Matsumotos Nachfolger wird.

Die drei Gruppen besitzen gemeinsam 35 Einrichtungen in Tokyo, Hokkaido und 13 weiteren Präfekturen, verzeichnen 1.650 Mitglieder und sollen zusammen ein Vermögen von rund 1,12 Milliarden Yen (etwa 8.626.240 Euro) besitzen. Welchen Willen Matsumoto für seine Überreste hatte, ist nicht bekannt. Doch die Entscheidung, was mit den Überresten passieren soll, obliegt in der Regel der verurteilten Person selbst.

Fumihiro Joyu, der ehemalige offizielle Sprecher von Aum Shinrikyo, der nun Hikari no Wa leitet, sagte auf einer Pressekonferenz am 6. Juli, dass er Matsumoto nicht mehr ergeben ist und ihn auch nicht mehr wie früher verehrt. Ob er dennoch die Überreste von Matsumoto entgegennehmen würde, ist nicht bekannt.

Quelle: Asahi Shimbun

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