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Mammutaufgabe

Japans Digitalminister hat noch eine Menge Arbeit vor sich

Japans Digitalminister Taro Kono soll Japan dabei helfen, analoge Gewohnheiten abzuschütteln und das Land dazu bringen, mit dem digitalen Zeitalter Schritt zu halten. Allerdings ist das in einem Land, in dem man technische Spielereien liebt, eine Mammutaufgabe.

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„Ich habe nicht vor, den Koordinator zu spielen“, erklärte Kono Reportern in einem kurzen Informationsgespräch, das am Freitag online abgehalten wurde. Kono hatte bereits dem veralteten Fax den Kampf angesagt und erklärt nun auch Disketten den Krieg.

Digitalminister steht vor keiner leichten Aufgabe

Laut einer Studie des IMD belegte Japan 2021 nur Platz 27 unter den 64 untersuchten Ländern im Bereich der digitalen Wettbewerbsfähigkeit. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Hanko und das gute alte Faxgerät immer noch sehr weitverbreitet sind.

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Der Digitalminister ist jemand, der sein Wissen seit Jahren zur Schau stellt. Immerhin ist sein Twitter-Account mit 2,5 Millionen Abonnenten einer der größten unter den japanischen Politikern und dort findet man nicht nur politische Themen.

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Kono ist auch auf YouTube unterwegs, dort rief er vergangenen Monat auf, dass sich die Menschen eine „My Number Card“ holen sollen. Bei dieser Karte handelt es sich um eine digitale Identitätskarte für Japaner, mit der man etwa Behördengänge online erledigen kann.

Aber natürlich braucht es mehr als ein Twitter-Account mit ein paar Millionen Followern, um Japan aus seiner analogen Welt zu holen.

„Selbst ein Kind weiß, dass ein Siegel nicht wirklich als persönlicher Ausweis funktioniert“, sagte der Digitalminister und fügte hinzu, dass er japanische Siegel als Kunsthandwerk liebt.

Während der Hochphase der Pandemie, als sich Homeoffice auf der ganzen Welt verbreitete, wurde den Japanern bewusst, wie weit sie zurückgefallen waren, so Kono.

Im vergangenen Jahr wurde die Digitalagentur in Japan gegründet, welche die digitale Wettbewerbsfähigkeit fördern soll.

Kritik an Japans digitalen Plänen

Doch die Bemühungen stoßen auch auf Kritik und so hört man in Japan oft, dass die Idee der digitalen Transformation bereits überholt ist und nur noch in Japan selbst so viel darüber gesprochen wird.

Zudem wird auf die Gefahren hingewiesen, darunter natürlich Identitätsdiebstahl.

Trotzdem setzt die Technologiebranche große Hoffnung in den japanischen Digitalminister. Kono gilt als Sonderfall in der japanischen Politik, insbesondere in der LDP. Sein Vater war ein prominenter Politiker, der gerne mal aus der Rolle fiel und auch sein Großvater ist legendär.

Die Frage ist allerdings, ob das ausreicht, um in die Köpfe der Menschen zu gelangen und ihre Gewohnheiten zu ändern.

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