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Trotz Wohnsitz in Japan keine Einreise möglich

Japans Einreiseverbot ist ein großes Problem für ausländische Einwohner

Japan hat für 111 Länder ein Einreiseverbot verhängt, das zu einem ziemlichen Problem für ausländische Menschen, die in Japan leben, geworden ist.

Das Einreiseverbot besagt, dass Menschen aus diesen 111 Ländern, an der Grenze abgewiesen werden, auch wenn sie in Japan leben. Immer mehr Menschen berichten darüber, dass sie nicht mehr nach Japan – ihr Zuhause – zurückkehren können.

Einreiseverbot hindert Menschen an der Heimreise

So auch die 32-jährige Kady, die in Japan lebt, aber aus Großbritannien kommt. Sie flog im Dezember in ihr Heimatland zurück, um sich dort um wichtige Angelegenheiten zu kümmern. Eigentlich wollte sie Mitte Mai wieder zurück nach Japan und hatte auch einen Flug gebucht. Sie kommt allerdings nicht mehr ins Land, da die japanische Regierung Großbritannien auf die Liste der Länder setzte, für die das Einreiseverbot gilt.

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„Als Großbritannien Anfang April in die Liste der Einreiseverbote aufgenommen wurde, erfuhr ich dies vom Twitter-Konto der Botschaft. Ich war immer noch mit meinen privaten Angelegenheiten beschäftigt. Es war mir nicht möglich, einfach alles hier stehen und liegenzulassen und zu versuchen, in ein Flugzeug zu springen, um innerhalb von zwei Tagen nach Japan zurückzukehren.“

Neben Kady gibt es aktuell ungefähr 3 Millionen andere Menschen, die nicht mehr nach Japan einreisen können. Viele sind frustriert darüber, wie weit die Maßnahmen reichen. Allen Ausländern, einschließlich ständigen Einwohnern und Ehepartnern japanischer Staatsangehöriger, die in den letzten zwei Wochen in eines der 111 Länder gereist sind, wird die Einreise verweigert.

„Es macht mich wahnsinnig, dass wir steuerzahlenden Einwohner genauso behandelt werden wie Touristen und nicht in unsere Häuser zurückkehren können“, sagte ein 37-jähriger Australier. Er war mit seinem Kind Weihnachten in sein Heimatland gereist, um sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen.

Viele fragen sich, warum sie anders behandelt werden als japanische Staatsangehörige, die wieder in das Land einreisen können, solange sie bei ihrer Ankunft auf COVID-19 getestet und zwei Wochen lang unter Quarantäne gestellt werden.

Mittlerweile hat die japanische Regierung beschlossen, dass Ausländer wieder einreisen dürfen, wenn es besondere außergewöhnliche Umstände gibt. Auch aus humanitären Gründen wie dem Tod eines Familienmitglieds im Ausland ist die Einreise wieder möglich. Diese werden jedoch von der Einwanderungsbehörde von Fall zu Fall gewährt und sind bei Weitem nicht garantiert.

Japans strenge Maßnahmen stehen im krassen Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland. Bei uns dürfen die legal in Deutschland lebenden Bürger unabhängig von ihrer Nationalität wieder einreisen. China, wo die Pandemie seinen Ursprung hat, begann die Reisebeschränkungen für Ausländer zu lockern und Geschäftsreisen nach und von Südkorea wieder aufzunehmen.

Da die Zahl der Neuinfektionen in Japan sinkt und die Wirtschaft wieder hochgefahren wird, sorgt das Einreiseverbot dafür, dass einige Familien gewaltsam gespalten bleiben.

Ehepartnerin kann nicht zu ihrer Familie

Eine 23-jährige Amerikanerin sagte, sie habe kürzlich einen japanischen Staatsbürger geheiratet, kann ihm jedoch nicht nach Japan folgen, um ihr gemeinsames Leben zu beginnen. „Ich wünschte wirklich, es gäbe eine Art Zeitplan für die Öffnung der Grenze, weil ich nur zu meinem Mann und meiner neuen Familie nach Hause reisen möchte“, sagte sie.

Aber nicht für Familien bedeutet das Einreiseverbot ein Problem, auch wirtschaftlich sind viele Menschen betroffen. Eine 25-jährige Studentin aus China sollte ab dem Frühjahrssemester die Waseda-Universität in Tokyo besuchen. Ihr Visumantrag wurde aufgrund der Reisebeschränkungen Japans ausgesetzt, sodass sie in ihrem Heimatland feststeckt und online Unterricht nimmt, während sie für eine Wohnung bezahlt, die sie ab März gemietet hatte. „Zwar kann ich die Wohnung kündigen, aber ich bin besorgt, ob ich dann eine neue finde“, so die Studentin.

Mittlerweile wurde eine Petition auf Change.org eröffnet, um die japanische Regierung zu einer Lockerung zu bewegen.

Diskussionen darüber, wie willkommen Ausländer in Japan sind

Das Einreiseverbot hat eine langjährige und zuweilen intensive Diskussion darüber wiederbelebt, wie willkommen Ausländer in Japan sind und wie ernst es der Regierung ist, ausländische Arbeitskräfte anzuziehen, um den Arbeitskräftemangel des Landes zu decken.

„Wir sprechen über Menschen, die Japan zu ihrem Zuhause gemacht haben, ob sie nun ständige Einwohner oder Langzeitbewohner sind oder die hier ein Arbeitsvisum haben“, sagte Shoichi Ibusuki, ein in Tokyo ansässiger Anwalt, der sich auf Einwanderungsfragen spezialisiert hat. „Sie davon abzuhalten, ohne angemessenen Grund zurückzukehren, ist eine Verletzung der Menschenrechte.“

Für Informationen zur aktuellen Situation sollte man die Webseite der japanischen Botschaft in Berlin aufrufen und die Reise- & Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Japan lesen. Auch auf der Webseite der deutschen Auslandsvertretung findet man aktuelle Informationen.

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