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Entschleunigung beim Einkauf

Japans regionaler Einzelhandel, der Gegenpol zum Einkaufen im Eiltempo

Japans Einzelhandel versucht mit moderner Technologie schneller und effizienter zu werden, gleichzeitig wird versucht, den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Besonders im Lebensmittelhandel entwickelt sich der Trend zum Einkaufen im Eiltempo. Kassen, an denen man die Produkte selbst scannt oder Stores, in den es gleich gar keine Kassen mehr gibt und man per App bezahlt, breiten sich aus.

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Dieser Trend hat allerdings zur Folge, dass in einem Land, dass eine besonders große alte Bevölkerung hat, ebendiese auf der Stecke bleibt, weil viele nicht Schritt halten können.

Regionaler Einzelhandel geht einen anderen Weg

Dass es auch anders geht, zeigt sich besonders im regionalen Einzelhandel, wie Maiya Takizawa in der Stadt Takizawa. Die Supermarktkette hat sich zum Ziel gesetzt, sich um Senioren und Menschen zu kümmern, die kein Interesse am Leben im Eiltempo haben.

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Die Strategie des japanischen Einzelhandels konzentriert sich darauf, so viele Kunden wie möglich so schnell und effektiv durch ein Geschäft laufen zu lassen.

Der Gegenpol dazu sieht man am Beispiel von Maiya Takizawa, dass man sich persönlich und am Tempo des Kunden angepasst, um jemanden kümmert. Unter den Kunden findet man Senioren, aber auch Menschen mit einer Behinderung oder demente Menschen, die in aller Ruhe und ohne Zeitdruck einkaufen können, was in Japan auch oft bedeutet, dass ihnen peinliche Situationen erspart bleiben.

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Das Konzept gilt dabei nicht nur zwischen den Regalen, sondern auch an der Kasse, wo sich Zeit gelassen wird und keine Schlange von Menschen, die auf die Uhr schauen, Druck ausübt.

Ein Stück Unabhängigkeit

Für viele Menschen bedeutet das Konzept zudem Unabhängigkeit, insbesondere wenn jemand eine Einschränkung hat.

Japans Bevölkerung altert schnell, 2021 waren 28,73 Prozent der Menschen im Land 65 Jahre oder älter. Angesichts dieser Zahlen ist der Bedarf an Angeboten, die das Leben etwas entschleunigen, groß.

Bei Maiya Takizawa zum Beispiel ist die Beschilderung genau auf diese Menschen abgestimmt, die Schrift ist größer, als im konventionellen Einzelhandel und es werden klare, eindeutige Bilder verwendet.

Zudem arbeiten bei der Supermarktkette Freiwillige als Einkaufsassistenten, die den Kunden bei ihrem Einkauf begleiten und sie unterstützen.

Auch größere Ketten reagieren

Mittlerweile reagieren auch die größeren Unternehmen und richten Kassen ein, an denen ohne Zeitdruck bezahlt werden kann. Diese sogenannten „Slow-Lanes“ findet man zum Beispiel in immer mehr 7-Elevens, die sich damit auf die ältere Kundschaft einstellt.

Einige Convenience Stores setzten mittlerweile auf geschultes Personal, um demente Kunden bei ihrem Einkauf zu unterstützen. Diese Unterstützung begrenzt sich allerdings nur auf vereinzelte Geschäfte, die von Franchisenehmern geführt werden und die sich Gedanken um die Nachbarschaft machen, in dem ihr Geschäft seinen Sitz hat.

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