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Japans Finanzminister bekommt erneut Titel für sexistischsten Kommentar des Jahres

Premierminister Shinzo Abe belegte den zweiten Platz

Ende letzten Jahres fand zum dritten Mal eine Umfrage zum sexistischsten Kommentar in der japanischen Politik statt. Organisiert wird die Aktion von einer zivilen Gruppe mit dem Namen NO to all sexist public speeches (NOASEPS). Wenig überraschend bekam für 2019 wieder der japanische Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident Taro Aso den Titel.

Am 11. Januar wurde bekannt gegeben, dass Aso zum zweiten Mal den Titel für den anstößigsten, sexistischsten Kommentar als Politiker bekam. Er erhielt zwischen dem 30. Dezember 2019 und dem 9. Januar 2020 genau 2.588 Stimmen für eine Aussage vom 3. Februar 2019.

Auf einem Berichtstreffen in Fukuoka sprach er darüber, dass die steigende Lebenserwartung der Japaner etwas Gutes sei. Es sei komisch, dass Menschen behaupten, es sei schlecht, dass die Leute älter werden. Aso gab an, dass sie falsch liegen und dass das eigentliche Problem die Menschen sind, die keine Kinder haben.

Shinzo Abe landet auf dem zweiten Platz

Das verärgerte viele, da sie der Ansicht sind, dass Aso versucht, die Verantwortung abzuwälzen, indem er kinderlose Personen für die niedrige Geburtenrate beschuldigt, statt die Misserfolge der Regierungspolitik. Andere gaben dazu an, dass er augenscheinlich nicht wirklich über seine früheren problematischen Aussagen nachdachte, da sie sich nun wiederholten.

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Schon 2018 zog Aso durch ein unangebrachtes Statement den Zorn der Menschen auf sich. Damals spielte er die Vorwürfe der sexuellen Belästigungen gegenüber dem stellvertretenden Finanzminister Junichi Fukuda herunter. Unter anderem fragte er, ob Täter nicht auch Menschenrechte haben und ob es nicht besser wäre, nur männliche Journalisten zum Finanzministerium zu schicken.

Insgesamt wurden bei der aktuellen Umfrage 7.593 Stimmen von 3.820 Personen abgegeben. Auf der offiziellen Webseite könnten Teilnehmer aus acht verschiedenen Statements von acht verschiedenen Politikern wählen. Je zwei Stimmen dürfen die Menschen offiziell abgeben. Nach Aso landete tatsächlich der amtierende Premierminister Shinzo Abe auf dem zweiten Platz.

Politik muss sich ändern

Er erhielt 1.765 Stimmen für eine Aussage vom 16. Juli 2019 bei einer Wahlkundgebung in Niigata. Abe sagte, dass Väter ihre Geliebten und Mütter ihre alten Flammen einladen sollen, um sie mit zur Wahlurne zu nehmen.

Den dritten Platz belegte der Unterhausabgeordnete Katsuei Hiraswa mit 866 Stimmen und einer Aussage vom 3. Januar 2019 bei einer Veranstaltung in Yamanashi. Er gab an, dass die gleichgeschlechtliche Ehe okay sei, weil wenn jemand sie kritisiere, würde sie zu einem Problem werden. Jedoch gab er weiter an, dass das Land unterginge, wenn alle Personen im Land wie „diese“ Menschen wären.

Zu den Ergebnissen veröffentlichte NOASEPS eine Erklärung. Es sei wichtig zu bedenken, wie verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Gruppen auf ihre Art die Welt sehen. Bei der Umfrage wurde zum ersten Mal nach dem Geschlecht und der sexuellen Orientierung der Teilnehmer gefragt. Die Organisation stellte dabei fest, dass je nach Gruppe sich das finale Ergebnis verändern würde.

NOASEPS ist sich jedoch sicher, dass die Konzentration der Stimmen für Aso und Abe stark durch den Fakt beeinflusst wurde, dass es sich um hohe Führungspersonen handelt. Obwohl die beiden vermutlich dachten, dass ihre Aussagen in den Gebieten gut bei den Unterstützern ankommen, sind sie eigentlich ein Zeichen für ein tiefverwurzeltes Problem. Es muss laut NOASEPS eine Veränderung in der politischen Kultur geben, die sich mit solchen Aussagen beschäftigt.

MS

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