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Änderung hätte weitreichende Folgen

Japans Gesundheitsministerium will Berichte über Coronainfektionen abschaffen

Das japanische Gesundheitsministerium plant, die täglichen landesweiten Berichte über die Coronainfektionen zu überprüfen, um so die medizinischen Einrichtungen zu entlasten.

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Laut dem Ministerium sorgt die aktuelle Infektionswelle dafür, dass die Verpflichtung der Ärzte, die Namen und Kontaktdaten aller Menschen, bei denen das Coronavirus diagnostiziert wurde, an die Gesundheitsämter zu übermitteln, zu einer Belastung geworden ist.

Vorschlag des Gesundheitsministeriums hätte gravierende Folgen

Allerdings gelten die täglichen Berichte als entscheidend, um sich einen genauen Überblick über die Zahl der Infektionen zu machen und hilft den Gesundheitsämtern dabei, Informationen zu bekommen, um zu entscheiden, wer in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss.

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Das Gremium, das die Regierung in allen Fragen der Pandemie berät, ist daher auch der Meinung, dass es falsch wäre, von dieser Politik abzuweichen.

Takaji Wakita, der Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Vorsitzender des Gremiums, sagte nach der Sitzung am 18. August, dass kein Mitglied eine Abschaffung dieser Regelung vorgeschlagen habe.

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Das Gesundheitsministerium schlägt daher als alternative Möglichkeit vor, dass nur bestimmte medizinische Einrichtungen Berichte abliefern müssen. Das ist das gleiche Verfahren, das auch bei der saisonalen Grippe in Japan Anwendung findet.

Eine weitere vorgeschlagene Alternative war, dass nur Infektionen von Menschen gemeldet werden müssen, die älter sind oder eine Vorerkrankung haben, da für sie ein hohes Risiko besteht, schwere Symptome zu entwickeln. Dies würde jedoch auch bedeuten, dass ansonsten keine weiteren Infektionen gemeldet werden müssten und Menschen, deren Gesundheitszustand sich plötzlich verschlechtert, keine Möglichkeit hätten, ein Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Zahl der Coronainfektionen könnte nur noch geschätzt werden

Da eine Umstellung der Berichte allerdings Zeit benötigt, räumt das Ministerium ein, dass eine Änderung der Meldungen erst erfolgt, wenn die aktuelle Infektionswelle unter Kontrolle gebracht wurde.

Jede der Änderungen würde auch bedeuten, dass die Zahl der Corona-Infektionen nur geschätzt werden kann, was es den regionalen Behörden erschwert, Maßnahmen gezielt zu ergreifen.

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