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HomeNachrichten aus JapanJapans Gewerkschaftsbund Rengo fordert höchste Lohnerhöhung seit 28 Jahren

5 Prozent mehr Gehalt gefordert

Japans Gewerkschaftsbund Rengo fordert höchste Lohnerhöhung seit 28 Jahren

Rengo, Japans größter Gewerkschaftsbund, will bei den nächsten „Shunto“ eine Lohnerhöhung von 5 Prozent fordern, einschließlich der Erhöhung des Grundgehalts um etwa 3 Prozent und einen Mindeststundenlohn von mindestens 1.150 Yen (ca. 8 Euro).

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Die „Shunto“ sind jährliche Lohnverhandlungen, die in Japan immer im Frühjahr stattfinden. Eine Erhöhung um 5 Prozent ist die höchste Forderung seit 28 Jahren.

Letztjährige Lohnerhöhung kann die Inflation nicht auffangen

Zuletzt wurde im Jahr 1995 eine Lohnerhöhung von 5 bis 6 Prozent gefordert. In den vergangenen Jahren fiel das Lohnwachstum in Japan sehr gering aus und kann mit der steigenden Inflation nicht mithalten. Einige Unternehmen in Japan sind daher dazu übergegangen, eine Inflationszulage zu zahlen.

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Rengo hatte bei den vergangenen Shunto seit 2016 stets 4 Prozent mehr Lohn gefordert, so auch im vergangenen Jahr. Die Verhandlungen wurden allerdings jedes Mal mit einem niedrigeren Ergebnis abgeschlossen.

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Nach Angaben des Gewerkschaftsbunds haben die Beschäftigten bei den diesjährigen Tarifverhandlungen eine durchschnittliche Erhöhung von 2,07 Prozent auf das Grundgehalt und die dienstaltersabhängigen Löhne durchgesetzt. Im Oktober stieg die Kerninflation in Japan im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent und damit so schnell wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr, deutlich stärker als die Lohnanpassung.

Die Japan Business Federation, die größte Wirtschaftslobby des Landes, bekannt als Keidanren, erwägt, ihre Mitgliedsunternehmen, zu denen viele große Firmen gehören, zu Lohnerhöhungen aufzufordern.

Lohnwachstum wird wahrscheinlich erneut gering ausfallen

Ob die Unternehmen in Japan auf die Forderung und einen möglichen Vorschlag von Keidanren eingehen, ist allerdings fraglich, da auch sie mit den steigenden Kosten zu kämpfen haben. Experten schätzen daher, dass das Lohnwachstum nur gering ausfallen wird.

Für Premierminister Fumio Kishida, der die Unternehmen wiederholt aufgefordert hat, die Löhne zu erhöhen, um mit den steigenden Preisen Schritt halten zu können, sind die Lohnverhandlungen von entscheidender Bedeutung.

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