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Japans größter Elektrogeräte-Hersteller wegen Missbrauchs des technischen Ausbildungssystems abgemahnt

Auszubildende zu anderen Arbeiten gezwungen

Nach Ermittlungen des japanischen Justizministeriums gegen Japans größten Elektrogeräte-Hersteller Hitachi Ltd., hat das Arbeitsministerium am 6. September bekannt gegeben hat, dass das Unternehmen das System für technische Praktikanten missbraucht hat.

Das Arbeitsministerium forderte das Unternehmen auf, seine Beschäftigungsmethoden für technische Auszubildende aus dem Ausland zu verbessern.

Fall von Hitachi hat große Brisanz

Obwohl es Hitachi weiterhin gestattet ist, neue ausländische Auszubildende einzustellen, wenn sich die Beschäftigungsmethoden verbessern, ist dieser Fall allerdings besonders brisant, da der Vorsitzende des Unternehmens auch der Vorsitzende von Keidanren (Japan Business Federation), der größten Unternehmensgruppe, in Japan ist.

Hitachi veröffentliche eine Erklärung, in der es heißt, dass das Unternehmen seine Praktiken bereits überarbeitet hat und alle Anstrengungen unternehmen werde, um das Gesetz einzuhalten. Außerdem werden die behördlichen Maßnahmen akzeptiert.

Die Einwanderungsbehörde teilte mit, dass Hitachi technische Auszubildende gezwungen hat, Arbeiten auszuführen, die nicht mit der Montage von Elektromaschinen zu tun hatten. Angaben über den Zeitraum wurden nicht gemacht.

Mehr zum Thema: 
Ausbeutung statt Ausbildung - Das umstrittene Praktikantensystem in Japan

Untersuchung konzentrierte sich auf das Werk in Kudamatsu

Laut des japanischen Justizministeriums zufolge konzentrierte sich die Untersuchung auf Hitachis Werk in Kudamatsu, in der Präfektur Yamaguchi, wo zwischen April und Juli 2018 43 philippinische Männer im Rahmen eines dreijährigen technischen Schulungsprogramms eingestellt wurden.

Im Zeitraum von 10 Monaten bis Januar 2019 sollen die Auszubildenden insgesamt rund 900 Stunden in der Schaltschrankmontage verbracht haben. In der Realität arbeiteten die 43 Auszubildenden im Durchschnitt nur etwa 200 Stunden lang. Diejenigen, die Montagearbeiten ausführen durften, deckten bestenfalls die Hälfte der benötigten Stunden ab, während einige nur 10 Prozent der benötigten Zeit vorwiesen.

Stattdessen mussten die technischen Auszubildenden anstrengendere Arbeiten verrichten, beispielsweise das Anbringen von Fenstern, Waschbecken und Sitzen in Hochgeschwindigkeitszügen der Shinkansen-Klasse, die ebenfalls von Hitachi hergestellt werden.

Beweise, dass es sich um eine Anweisung aus der Firmenzentrale gehandelt hatte, wurden nicht gefunden.

Agentur half den Auszubildenden nicht

Ein technischer Auszubildender, der von Beamten der Einwanderungsbehörde befragt wurde, sagte: „Wir mussten Dinge tun, die nichts mit den Fähigkeiten zu tun haben, die wir erwerben wollten.“ Die Auszubildenden berief sich auf die in Hiroshima ansässige Agentur Friend Nippon, die sie an Hitachi verwiesen hatte. Eine Beschwerde führte allerdings zu keiner Reaktion.

Die Einwanderungsbehörde untersucht auch, ob Friend Nippon die rechtlichen Verstöße im Hitachi-Werk ignoriert hat.

Bereits im August 2018 wurden Vorwürfe erhoben

Bereits im August 2018 berichtete The Asahi Shimbum über den Missbrauch von philippinischer technischer Auszubildender.

Als Hitachi und Keidanren, Vorsitzender von Nakanishi, damals zu den Vorwürfen befragt wurden, gaben sie an, es gebe keine unangemessene Behandlung von technischen Auszubildenden, die ihm bekannt gewesen seien.

Keidanren fordert in seiner Charta des Unternehmensverhaltens die Mitgliedsunternehmen auf, „Geschäfte zu tätigen, die die Menschenrechte aller respektieren“.

In einem im Oktober 2018 von Keidanren veröffentlichten Richtlinienvorschlag für ausländische Arbeitnehmer forderte die Organisation die Einhaltung aller Gesetze im Zusammenhang mit dem Programm für technische Praktikanten.

Quelle: AS, MA

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