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Hoffnung auf eine Erholung der Branche

Japans größter Walfänger rüstet auf

Japans größer Walfänger plant im März 2024 ein mehr als 100 Meter langes Schiff als neues Flaggschiff einzuführen. Laut des Unternehmens will man damit die Branche aus der Flaute führen.

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Kyodo Senpaku beziffert die Kosten auf 6 bis 7 Milliarden Yen (ca. 41 bis 48 Millionen Euro), 300 Millionen Yen (ca. 2 Millionen Euro) werden von der Stadt Shimonoseki als Subvention bereitgestellt. Hideki Tokoro, Präsident von Kyodo Senpaku, sagte, das Walfanggeschäft sei vielversprechend genug, um die Ausgaben zu rechtfertigen.

Japans größter Walfänger gibt sich optimistisch

Das neue Schiff des Walfängers wird insgesamt 112,6  Meter lang sein und Bruttotonnage von 8.970 Tonnen haben. Der Bau soll im Februar nächsten Jahres beginnen.

„Wir werden den Walfang noch 30 Jahre lang fortsetzten, nachdem das Schiff fertiggestellt ist“, so er Präsident des Walfängers auf einer Veranstaltung in Tokyo. „Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Unsere Industrie wird wiederbelebt werden.“

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Die Sorge über die Zukunft der Branche ist in Japan groß. Zwar wurde der kommerzielle Walfang im Juli 2019 wieder aufgenommen, nachdem das Land sich aus der internationalen Walfangkommission zurückgezogen hatte, doch die Hoffnung, dass die Branche wieder wachsen wird, hat sich schnell zerschlagen.

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Der Konsum von Walfleisch ist in Japan weiter gesunken und die Fangmenge sank nach dem Austritt aus der Kommission sehr schnell.

Als Japan noch Mitglied der IWC war, durfte es im Namen des Forschungswalfangs mehr als 300 Wale pro Jahr in der Antarktis fangen. Kommerzieller Walfang ist in der Antarktis jedoch aufgrund eines internationalen Abkommens nicht erlaubt.

Branche hat in Japan einen schweren Stand

Zwar setzt das Unternehmen große Hoffnung auf das neue Schiff, um eine Wiederbelebung des Walfangs in Japan zu erreichen, aber es wird davon ausgegangen, dass die Branche weiterhin einen schweren Stand haben wird.

Die jährliche Walfleischproduktion von Kyodo Senpaku ist auf etwa 1.600 Tonnen gesunken, verglichen mit 2.400 Tonnen im Rahmen des wissenschaftlichen Walfangs.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Betriebsverlust von mehr als 800 Millionen Yen (ca. 5,5 Millionen Euro) verzeichnet und will dies nun durch eine Preiserhöhung ausgleichen.

Die Erhöhung der Fangquote – ein Wunschtraun

Für den Bau des neuen Schiffes ist die Ausweitung der staatlich festgelegten Fangmengen unabdingbar, da sich der Bau nicht anders finanzieren lässt.

Allerdings warnt die japanische Fischereibehörde davor, dass das Wunschdenken ist. „Das Fanglimit wird nur auf wissenschaftlicher Grundlage festgelegt“, so ein Sprecher der Behörde. „Sie kann ausgeweitet, aber auch gesenkt werden.“

Zudem ist es fraglich, ob der Walfleischkonsum in Japan noch einmal erholt. Die meisten Menschen essen Walfleisch nur, weil es ein vertrautes Nahrungsmittel ist, aber die Zahl dieser Menschen ist rückläufig. Bei jungen Menschen ist das Fleisch unbeliebt.

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