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Japans große Unternehmen wenden sich an LGBT-Community

Immer mehr große Einzelhändler und Hersteller richten ihr Augenmerk auf die Mitglieder der Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender (LGBT)-Community. Immerhin ist in Japan nach Schätzungen jeder 13. Bürger Teil der Community. Aus diesem Grunde wird vor allem die Produktentwicklung an die sexuelle Minderheit angepasst, sodass sie ebenfalls Spaß beim Einkaufen haben.

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Im Jahr 2015 startete der Werbekonzern Dentsu Inc. eine Umfrage, um zu erfahren, wie viele Menschen in Japan Teil der Community sind. Nachdem auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Japan immer mehr Anerkennung in lokalen Regierungen finden, kümmern sich nun auch mehr Geschäfte um die Mitglieder der Community. Dadurch versucht man auch sie als Kunden zu gewinnen. Es wird geschätzt, dass die Mitglieder der LGBT-Community in Japan rund 6 Billionen Yen (etwa 46 Milliarden Euro) pro Jahr für Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen ausgeben.

Dabei beginnt es für viele bei einfachen Pflegeprodukten und endet bei Kleidung und anderen Drogerieprodukten. Besonders Transgender geben Geld für Produkte aus, die ihre wahrer Identität entsprechen. So kaufen sich Trans*Männer männliche Kleidung, passendes Parfüm und natürlich auch Rasierer, sobald sie mit der Einnahme von Hormonen beginnen. Auch Trans*Frauen kaufen sich Make-up, Frauenkleidung und die passenden Parfüms und geben dabei auch Geld aus, um möglichst natürlich wirken zu wirken.

Doch genau da beginnen besonders für Transgender oft die Probleme. Bei vielen entspricht das wahre Aussehen nicht dem Inneren Gefühl, sodass sie Hemmungen haben in Geschäften entsprechende Kleidung zu kaufen, Beratung anzunehmen oder gar die Kleidung oder Drogerieprodukte zu testen. Und genau darauf fangen die Geschäfte in Japan nun an einzugehen. So hat Marui Group Co. ein Betreiber eines Kaufhauses im zentralen Tokyoter Stadtteil Yurakucho im Februar eine Veranstaltung für die Mitglieder der LGBT-Community auf die Beine gestellt.

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Dort wurden ihnen Tipps zur Auswahl und zum Kauf von Anzügen gegeben. Doch nicht nur die Mitarbeiter des Kaufhauses, sondern auch Mitglieder von ReBit, einer bürgerlichen Gruppe zur Unterstützung der LGBT-Community, haben sich dem Verkaufspersonal angeschlossen und die Kunden beraten. Das Geschäft stellte Kleidungsstücke in einer breiten Auswahl an Größen und Designs aus, und achtete dabei auf die verschiedenen Mitglieder der Community. Dabei wurde aber auch ein besonderes Augenmerk auf die Transgender gelegt.

Der Einzelhändler sagte, dass er bereits seit einigen Jahren bemüht ist, eine Vielfalt anzubieten. Dadurch sollen sich alle Kunden in seinem Geschäft wohl fühlen und den Einkauf genießen können. Auch Kirin Holdings Co. hat im vergangenen Jahr erstmals einen LGBT-Workshop für seine Mitarbeiter abgehalten, in dem die Teilnehmer Vorurteile diskutierten. Unter anderem wurde besprochen, dass Bier nicht nur ein Getränk für Männer mittleren Alters ist, da dem Getränk dieser Ruf in Japan anhaftet.. So will der Getränkehersteller das Verständnis der Mitarbeiter für Fragen im Zusammenhang mit sexuellen Minderheiten verbessern und gleichzeitig das gestiegene Bewusstsein für Produktentwicklungs- und Verkaufsförderungsstrategien nutzen.

Bereits seit 2015 berät Shiseido Co. LGBT-Mitglieder bei Veranstaltungen zum Thema Make-up und Hautpflege. Denn auch wenn die Mitglieder des Öfteren Scheu haben, diese Produkte in den Läden zu kaufen, besteht doch eine große Nachfrage nach Kosmetika, wie auch ein PR-Beauftragter des Kosmetikherstellers mitteilte.

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  • LGBT
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