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Kosten oft sehr hoch

Japans Heimatsteuer sorgt bei einigen Kommunen für rote Zahlen

Japans Heimatsteuer, mit denen insbesondere ländliche Gemeinden unterstützt werden sollen, führte im Haushaltsjahr 2021 bei 27 Prozent aller Kommunalverwaltungen für rote Zahlen.

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Grund dafür sind die „furusato nozei“, Geschenke, die man für die Zahlung von der jeweiligen Kommune erhält. Beispielsweise ist es möglich, als Spender ein ganzes Wagyu-Rind zu erhalten.

Heimatsteuer ermöglicht Spenden an andere Kommunen

Die sogenannte Heimatsteuer wurde 2008 eingeführt und ermöglicht es den Menschen in Japan, Geld an andere Gemeinden zu zahlen als an die, zu der der jeweilige Wohnsitz gehört. Im Gegenzug erhalten sie von den betreffenden Kommunen Steuergutschriften oder Dankesgeschenke.

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Spendet man beispielsweise 50.000 Yen (ca. 352 Euro) an eine andere Kommune, so kann man im folgenden Jahr 48.000 Yen (ca. 338 Euro) von der Einkommens- und Wohnsitzsteuer absetzen.

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Außerdem bekommt man von der Empfängergemeinde ein Geschenk im Wert von bis zu 30 Prozent der gespendeten Summe. Bei vielen dieser Geschenke handelt es sich um regionale Spezialitäten.

Die Heimatsteuer soll es insbesondere Stadtbewohnern ermöglichen, ihre Heimatstädte oder andere ländliche Gemeinden zu unterstützen.

Laut einer Studie der Tageszeitung Asashi Shimbun sind durch das Programm allerdings 51 Prozent der Städte und Dörfer in Japan in die roten Zahlen geraten.

Der Hauptgrund dafür ist, dass sich die Zahlungen auf eine Handvoll Kommunen konzentrieren, die es sich leisten können, begehrte Geschenke zu machen. Andere Kommunen wiederum haben nicht genug Spenden erhalten, damit sich das Programm für sie lohnt.

Kosten für Geschenke, Werbung und Auslieferung sind oft sehr hoch

Zudem sind die Kosten für den Kauf der Geschenke, die Werbung und deren Auslieferung oft zu hoch.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde im Rahmen des Programms eine Rekordsumme von 830,2 Milliarden Yen (ca. 5,8 Milliarden Euro) gespendet.

Die Stadtverwaltung von Yokohama wies mit 22,73 Milliarden Yen (ca. 160 Millionen Euro) das größte Defizit unter den Kommunalverwaltungen auf.

Es folgte die Stadtverwaltung von Nagoya mit einem Minus von 13,04 Milliarden Yen (ca. 91 Millionen Euro) und die Stadtverwaltung von Osaka mit einem Defizit von 12,09 Milliarden Yen (ca. 85 Millionen Euro).

Da sich der Wettbewerb um Spender von Jahr zu Jahr verschärft hat, beschränkte das Ministerium 2019 die Ausgaben für Geschenke auf maximal 50 Prozent des Spendenbetrags.

Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Ausgaben für Geschenke auf insgesamt 385,1 Milliarden Yen (etwa 2,7 Milliarden Euro), das sind 46,4 Prozent der gespendeten Summe und damit fast genauso viel wie in den beiden Vorjahren.

Eine der Gemeinden, die unter den Ausgaben für die Geschenke leiden, ist Seika, eine Stadt mit rund 36 000 Einwohnern in der Präfektur Kyoto.

Kein Defizit nur dank staatlicher Zuschüsse

Seika ist eine Pendlerstadt zwischen Osaka und Kyoto und nahm im Steuerjahr 2021 66,29 Millionen Yen (etwa 467.124 Euro) an Heimatsteuer ein.

Allerdings kosteten allein die Geschenke für die Spender rund 17,95 Millionen Yen (ca. 126.487 Euro) und die Werbung sowie der Versandt weitere 14,12 Millionen Yen (ca. 99.489 Euro).

Der Stadt gingen zudem 147,2 Millionen Yen (ca. 1 Million Euro) an Steuereinnahmen verloren, die die Einwohner an andere Kommunen gespendet haben. Seika konnte nur dank staatlicher Zuschüsse die Verluste ausgleichen.

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