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Thema wird nächstes Jahr aufgenommen

Japans Highschools fangen wieder an über psychische Gesundheit aufzuklären

Der Druck in japanischen Schulen ist groß und viele Kinder leiden an psychischen Problemen, die sie oft nicht bemerken oder verheimlichen. Aus dem Grund soll nun in Highschools wieder über psychische Gesundheit aufgeklärt werden, auch in der Hoffnung die Selbstmordfälle zu reduzieren.

Das Bildungsministerium hat in seine neuen Lehrplanrichtlinien unter Gesundheits- und Sportunterricht den Punkt „Prävention und Heilung von psychischen Störungen“ hinzugefügt. 1982 hatte die Regierung das Thema aus dem Lehrplan für Highschools gestrichen.

Highschools sollen aufklären und Hilfe anbieten

Nächstes Frühjahr soll es den Aufklärungsunterricht in den Highschools nun wieder geben. Genutzt werden dafür Lehrbücher für Gesundheit und Sport, in denen Präventions- und Bewältigungsmethoden für psychische Belastungen erklärt werden.

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Die Schüler sollen dabei auch lernen, wie psychische Erkrankungen funktionieren, dass jeder sie bekommen kann und dass Personen schnell genesen, wenn die Krankheiten früh erkannt werden. Dabei wird auch auf Erfahrungen von Prominenten zurückgegriffen und wie sie mit Depressionen oder anderen psychischen Problemen umgehen.

Mit der Wiederaufnahme des Themas will die Regierung gegen die Rekordzahl an Selbstmorden unter Jugendlichen ankämpfen, die letztes Jahr erreicht wurde. Gleichzeitig möchte man bei den Auswirkungen der Pandemie vorbeugen, die einen enormen Stress bei Kindern verursacht hat.

An einigen Schulen wurde bereits versucht sich selbstständig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Emiko Michigami von der Soka Higashi High School befragte in ihrem Kurs zu psychischen Gesundheit Schüler, ob sie sich wegen der Pandemie gestresst fühlen.

Teenager sind besonders Anfällig für psychische Erkrankungen

Michigami gehört zum School Mental Health Project, dass über die psychische Gesundheit in der Schule aufklärt. Seit sechs Jahren bietet die Krankenschwester ihre Klasse in Soka an, an der bisher um die 320 Kinder teilgenommen haben.

Ihr ist dabei aufgefallen, dass die Schüler sich oft nicht bewusst sind, dass Stress der Auslöser für ihre Gesundheitsprobleme sein kann. Sie versucht ihnen deswegen den richtigen Umgang mit Problemen beizubringen und dass sie sich Hilfe suchen können. Lehrer werden dabei mit einbezogen, damit alle die Betreuung erhalten, die sie benötigen.

Mehrere Studien im Ausland haben bereits gezeigt, dass besonders Teenager anfällig für psychische Krankheiten sind. Professor Tsukasa Sasaki von der University of Tokyo befürwortet deswegen die Änderung des Lehrplans. Allerdings wäre er dafür, dass auch Grund- und Mittelschüler das Thema behandeln.

Zusätzlich betont er, dass die Vermittlung von Wissen alleine nicht hilft. Deswegen ist ein Netzwerk zwischen den Lehrern, Schulkrankenschwestern und Verwaltungspersonal wichtig, um die nötige Beratung für die Kinder bereitzustellen.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (https://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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