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Japans „Hotline to heaven“ benötigt Ersatz

Eine alte Telefonzelle hat tausenden Menschen geholfen, ihre Schmerzen über den Tot der Verwandten oder Freunde, die beim Erdbeben und Tsunami 2011 starben, zu lindern, doch nun wird Ersatz benötigt.

Die alte Telefonzelle wurde von dem Gärtner Itaru Sasaki gebaut, der die Holzkabine aus einem geschlossenen Pachinko-Salon holte. In die Kabine stellte er ein altes abgetrenntes Drehknopf-Telefon und installierte das Ganze in seinem Garten. Ursprünglich wollte er so den Mitgliedern seiner Großfamilie helfen, nachdem ein Verwandter im Jahr 2009 krankheitsbedingt verstorben war. Das Telefon sollte den Trauernden erlauben, ihre Gefühle auszudrücken, indem sie den Verstorbenen „anrufen“.

Um etwas mehr Komfort zu bieten, montierte er ein Dach auf die Holzkabine und kümmerte sich um den Bereich um die Box. Doch Anfang 2011 wollte er der Box den letzten Schliff geben, als Iwate und die angrenzenden Präfekturen in der Region Tohoku vom Erdbeben und Tsunami heimgesucht und Otsuchi schwer getroffen wurde.

Im Anschluss stellte Itaru aus Otsuchi seine Telefonzelle, die nun unter dem Namen Kaze no Denwa (Telefon der Winde) bekannt ist, allen Trauernden zur Verfügung. Immer mehr Menschen reisten, durch die Medien oder durch Mundpropaganda informiert, zur Telefonzelle und sprachen voller Trauer mit den Verstorbenen. Bisher besuchten sie mehr als 26.000 Trauernde, von denen die meisten jemanden bei der Katastrophe verloren haben, die restlichen Menschen hatten andere Gründe, warum sie ihre Familienmitglieder oder Freunde nicht sehen konnten. In der Holzkabine befindet sich ein Hinweis, auf dem geschrieben steht: „Mit wem möchtest du sprechen? Kaze no Denwa wird dein Herz durchdringen“.

Doch da die Holzkabine für den Inneneinsatz gebaut wurde, verwitterte das Holz stark und auch die Metallteile fingen an zu rosten. Um den Trauernden auch weiterhin einen Ort zu geben, an dem sie sich an ihre Verstorbenen wenden können, hofft Itaru nun, dass ihm jemand eine echte alte Telefonzelle organisieren kann. Zuvor hatte er einen Pavillon über der Telefonzelle angebracht, um sie sieben Jahre lang vor dem Regen zu schützen, doch bei einem Sturm wurde der Pavillon im Januar 2015 weggeweht und beschädigt. Selbst ein neuer Anstrich und andere Reparaturen konnten den Verfall der Telefonzelle nicht aufhalten.

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