Anzeige
HomeNachrichten aus JapanJapans Jugendliche finden die schulische Sexualerziehung nutzlos

Japans Jugendliche finden die schulische Sexualerziehung nutzlos

Seit Jahren ist die Sexualerziehung in Japans Schulen ein Thema über das sich viele streiten. Während vor allem Politiker den Unterricht weiter einschränken wollen, fordern Eltern und Experten Verbesserungen. Viele wichtige Themen wie Geschlechtskrankheiten oder ungewollte Schwangerschaften werden kaum bis gar nicht behandelt. Dass jedoch nicht nur die Erwachsenen so denken, dass der Unterricht nicht ausreicht, zeigt eine Umfrage der Nippon Foundation. Laut ihr halten zahlreiche Jugendliche die Sexualerziehung in der Schule als nutzlos.

Anzeige

Für die Onlineumfrage befragte die Organisation 800 Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren in ganz Japan. 40 Prozent gaben dabei an, dass für sie der Aufklärungsunterricht der Schule nutzlos ist. Auf der anderen Seite fanden 59,1 Prozent ihn auf die eine oder andere Art und Weise hilfreich.

Trotz der leichten Mehrheit sind die Jugendlichen nicht unbedingt mit dem Unterricht zufrieden. Allgemein bemängelten sie die schwammigen Erklärungen von Lehrern und fehlende spezifische Themen. Die meisten weiblichen Befragten gaben an, dass sie mehr über Empfängnisverhütung erklärt bekommen wollen. Jungen hingegen waren für mehr Informationen zu den Gefahren von sexuell übertragbaren Krankheiten. Ein interessantes Ergebnis, denn seit einer Weile kämpft Japan mit der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten. Vor allem bei Syphilis gab es in der letzten Zeit einen starken Anstieg.

Die Jugendliche informieren sich auf anderen Wegen

Dass sich die Schüler wirklich Gedanken machen, zeigten die weiteren Punkte in der Umfrage. Fast 90 Prozent aller Befragten sind der Ansicht, dass Verhütung notwendig ist und drei von vier sind wegen Geschlechtskrankheiten besorgt. Im Kontrast gab fast jeder Vierte an, dass er schon Geschlechtsverkehr hatte. Weiter fragte die Organisation, woher die Jugendlichen ihre Informationen haben, wenn sie diese nicht aus dem Unterricht erhalten.

55,8 Prozent gab Webseiten an, 50,2 Prozent wendeten sich hingegen an Freunde und nur 31,4 Prozent informierten sich über soziale Netzwerke. 74,8 Prozent gaben dazu an, dass sie ihr Smartphone nutzen, um sich nicht jugendfreie Dinge anzuschauen. Jedoch nur 66,7 Prozent kreuzten an, dass sie masturbieren.

Anzeige

Quelle: Mainichi Shimbun

Anzeige
Anzeige