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Vier weitere Personen sind verwickelt

Japans Kommunikationsminister sind ebenfalls am Ethik-Skandal beteiligt

Seit Tagen schlägt sich die japanische Regierung mit dem Ethik-Skandal im Kommunikationsministerium herum, der einfach nicht zur Ruhe kommt. Nachdem bekannt wurde, dass auch das Telekommunikationsunternehmen NTT verwickelt ist, sollen nun einige Minister selbst betroffen sein.

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Erneut kam die Enthüllung der neuen Informationen von dem Wochenmagazin Shukan Bunshun. Am 10. März veröffentlichten sie auf der Webseite einen Artikel laut dem Seiko Noda und Sanae Takaichi ebenfalls von NTT je zweimal zum Abendessen eingeladen wurden. Beide waren zu dem Zeitpunkt Ministerinnen.

Ehemalige Ministerin stellt Vorwürfe klar

Ebenfalls sollen Manabu Sakai und Minoru Terada zu mindestens einem Essen eingeladen worden sein, als sie Vize-Minister waren. Alle Treffen sollen zwischen November 2017 und September 2020 stattgefunden haben, wobei bei einigen der NTT-Präsident Jun Sawada anwesend war.

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Takaichi gab nach dem Artikel zu, dass sie mit Personen von NTT zu Abend gegessen hat. Allerdings stellte sie auf ihrer Webseite klar, dass sie nicht eingeladen wurde, sondern alles selbst bezahlt hat. Sie legte Rechnungen vor, die alle Kosten des Abendessens belegen, die sie beglichen hat. Allgemein verurteilte sie den Artikel sehr, da er sie in ein falsches Licht rückt.

Weiter erklärte sie, dass die NTT-Mitarbeiter mit ihr über keine bestimmten Themen sprachen und sie auch nicht um Gefälligkeiten baten. Noda, die nun Generalsekretärin der regierenden Liberaldemokratischen Partei ist, zeigte sich ebenfalls verärgert von dem Bericht.

Vize-Minister ließen sich einladen

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Das Abendessen war nach eigenen Angaben ein privates Treffen und keine Dinnerparty, zu der sie eingeladen war. Sie habe dazu für eins der Essen komplett bezahlt und für das andere nachträglich die Rechnung von etwa 200 Euro beglichen.

Sakata gab auch zu, dass er an dem Abendessen teilnahm. Er erklärte, dass er vom NTT-Vorsitzenden Hiromichi Shinohara eingeladen wurde, um seine Bekannten vorzustellen. Anders als bei seinen Vorgesetzten habe er jedoch nicht die Rechnung übernommen und er weiß deswegen auch nicht, wie viel das Abendessen gekostet hat.

Terada machte seine Antwort auf die Vorwürfe sehr kurz. Er wurde eingeladen, weswegen auch die anderen bezahlt haben. Nach einem Gefallen wurde er nach seinen Angaben nicht gefragt. Mittlerweile sind es schon um die 15 Personen, die in den Skandal verwickelt sind.

Ethik-Skandal wird immer komplizierter

Zurücktreten musste deswegen bereits Makiko Yamada, die nun ehemalige Kabinettssekretärin für Öffentlichkeitsarbeit. Sie hatte an einem Abendessen von Tohokushinsha Film Corp. teilgenommen, wofür sie sich entschuldigte und eine Rückzahlung von 60 Prozent ihres Monatsgehalts tätigte.

Für viele größere Empörung sorgte Yasuhiko Taniwaki, ehemaliger Vize-Minister für politische Koordinierung im Ministerium. Er hatte nachweislich gelogen, dass er nur Abendessen mit Tohokushinsha hatte. Tatsächlich wurde er aber auch von NTT eingeladen, mehrmals.

Der Minister für innere Angelegenheiten und Kommunikation, Ryota Takeda, zeigte sich deswegen besonderes verärgert und bestätigte am Montag seine Strafversetzung. Die konstitutionell-demokratische Partei Japans gab an, dass sie nun selbst eine genauere Untersuchung durchführen und sie den Skandal genau im Parlament weiterverfolgen wollen.

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