Japans Krankenhäuser sehen durch steigende Tourismuszahlen große Herausforderungen

Japans Krankenhäuser sehen sich aufgrund der steigenden Tourismuszahlen immer größeren Herausforderungen gegenübergestellt.

Erst vor ein paar Tagen kündigte die Regierung an, dass sie keine Menschen mehr in das Land lassen möchte, die offene Rechnungen für Behandlungen haben. Das Problem der nicht bezahlten Behandlungen ist mittlerweile ein großes Problem für das japanische Gesundheitswesen.

Isao Ebihara, ein Mitarbeiter im NTT Medical Center in Tokyo nannte dazu das Beispiel eines Mannes von den Philippinen. Der Mann brach in seinem Urlaub zusammen, nachdem er eine Gehirnblutung erlitten hatte und wurde für eine Notfalloperation in das NTT Medical Center gebracht.

Glücklicherweise überlebte er, allerdings wurden die Kosten für die Behandlung nicht von Japans staatlichem Krankenversicherungssystem gedeckt, was zur Folge hatte, dass der Mann eine Rechnung von 5,4 Millionen Yen (ca. 42.004 Euro) einbrachte.

„Wenn sie vom Krankenversicherungssystem gedeckt ist, müssen Patienten möglicherweise 100.000 Yen (ca. 777 Euro) zahlen, selbst wenn die tatsächlichen Kosten über 2 Millionen Yen liegen“, so Isao Ebihara. „Aber wenn sie ein Tourist sind, der nicht durch eine Versicherung geschützt ist, dann müssen alle tatsächlich anfallenden Kosten auf eigene Faust bezahlt werden. Nur wenige Touristen können sich 1 Million Yen in bar leisten.“

Für den Mann übernahm die philippinische Botschaft in Tokyo ein Teil der Ausgaben.

Die Zahlen der Touristen haben sich von 6,79 Millionen im Jahr 2009 auf 28,69 Millionen im Jahr 2017 mehr als vervierfacht, unter anderem dank der Lockerung der Visabedingungen für Besucher aus China, Thailand, Malaysia, Indien und den Philippinen. Die Regierung hofft, dass die Zahl sich bis 2020 auf 40 Millionen entwickelt.

Aber der wachsende Zustrom von Menschen dürfte die Krankenhäuser in Japan stärker belasten, da viele Patienten aus Übersee ohne Versicherung einreisen, so Experten.

Laut einer Umfrage der Tourismusagentur an den drei größten Flughäfen des Landes, waren 27 Prozent der 3.383 Befragten ohne Krankenversicherung in das Land gereist. Davon waren 6 Prozent tatsächlich krank oder verletzt, verspürten aber nicht die Notwenigkeit sich ärztlich untersuchen zu lassen.

Allerdings wird davon ausgegangen, dass Touristen in der Regel eher kleinere Behandlungen benötigen und sie die anfallenden Kosten auch selbst tragen können.

Allerdings sind nicht nur die Kosten ein immer größer werdendes Problem, auch die Kommunikation ist eine große Hürde. Denn nur wenige Touristen können Englisch sprechen, außerdem kommen noch Unterschiede in den Gepflogenheiten dazu, die oft zu Missverständnissen führen.

Quelle The Japan Times

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