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Bereits ab April

Japans Krankenversicherungssystem übernimmt Fruchtbarkeitsbehandlungen

Ab April wird das öffentliche Krankenversicherungssystem von Japan mehrere Fruchtbarkeitsbehandlungen übernehmen, die bisher von Versicherten selbst bezahlt werden mussten.

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Zu den Behandlungen, die abgedeckt werden sollen, gehören die künstliche Befruchtung – die Injektion von Spermien in die Gebärmutter während des Eisprungs – und die In-vitro-Fertilisation – die Befruchtung der Eizellen einer Frau mit Spermien in einer Laborschale. Ausgeschlossen werden jedoch die Präimplantationschromosomenanalyse bzw. das Screening von Embryonen mit genetischen Anomalien nach der IVF und vor der Einpflanzung in die Gebärmutter der Frau.

Übernahme mit Ausnahmen

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales wird dem Zentralen Rat für Medizinische Sozialversicherung, einem Beratungsgremium des Ministeriums, am 26. Januar einen Vorschlag zur Überarbeitung der Krankenversicherungsgebühren vorlegen, der auch den Umfang der versicherungspflichtigen Fruchtbarkeitsbehandlungen umfasst.

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Zwar gibt es einige Ausnahmen, z. B. für Ovulationsmedikamente, doch werden Fruchtbarkeitsbehandlungen derzeit nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, so dass hoffnungsvolle Eltern die oft kostspieligen Verfahren zu 100 % selbst tragen müssen. Bei einer Genehmigung werden die Kosten im Prinzip auf 30 % des Gesamtbetrags reduziert.

Verschiedene Fruchtbarkeitsbehandlungen

Zu den anderen Formen der assistierten Reproduktionstechnologie, die abgedeckt werden sollen, gehören die intrazytoplasmatische Spermieninjektion – die Injektion von Spermien direkt in die Eizelle unter dem Mikroskop -, die Eizellentnahme im Frühstadium, die Spermienextraktion aus dem Hoden, die Embryokultur und der Embryotransfer sowie das Einfrieren und die Lagerung von Embryonen zur späteren Verwendung.

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Personen, die zu Beginn der Behandlung unter 43 Jahre alt sind, haben für maximal sechs Versuche Anspruch auf eine staatliche Krankenversicherung.

Gebührenplan wird halbjährig geprüft

Darüber hinaus wird die japanische Regierung „allgemeine Gebühren für Fruchtbarkeitsbehandlungen“ für künstliche Befruchtung und andere Behandlungen sowie „Gebühren für die Verwaltung der assistierten Reproduktionstechnologie“ für die Durchführung fortgeschrittener Behandlungen wie IVF und intrazytoplasmatische Spermieninjektion einführen.

Die Gebührenstrukturen sind erforderlich, weil Fruchtbarkeitsbehandlungen geplante, kontinuierliche Nachuntersuchungen erfordern. Der Gebührenplan wird bei Bedarf alle sechs Monate überprüft, wobei das Einverständnis des Paares vorausgesetzt wird.

Genetische Präimplantationstests ausgeschlossen

Das Gesundheitsministerium wird auch erörtern, ob eine psychologische und soziale Unterstützung für Patienten während der Behandlungskurse im Rahmen der assistierten Reproduktionstechnologie erforderlich ist, und fordern, dass diese Art von Unterstützung den Paaren angeboten wird.

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Zudem beschloss das Gesundheitsministerium, genetische Präimplantationstests auszuschließen, nachdem die Japanische Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie in diesem Monat erklärt hatte, dass die Kostenübernahme durch die öffentliche Versicherung schwierig wäre. Die Gesellschaft beabsichtigt, eine Ausweisung als fortschrittliche medizinische Leistung zu beantragen, damit das Verfahren teilweise von der Versicherung übernommen werden kann.

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