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Zahlreiche Interviews mit internationaler Presse

Japans Minister für Einsamkeit bei internationaler Presse sehr gefragt

Japan hat seit einiger Zeit einen Minister für Einsamkeit. Das ist so außergewöhnlich, dass er nun auch von zahlreichen internationalen Medien um Interviews und Stellungnahmen gebeten wird.

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Dabei geht es vor allem um die Frage, was genau seine Stelle beinhaltet. Seine Stelle hat Tetsushi Sakamoto erst im Februar angetreten und seitdem wird er mit Anfragen nur so überhäuft. Das sagte er am 27. April auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung.

Viele Länder haben die gleichen Probleme

In der letzten Woche hat er so ein Interview mit einem südkoreanischen Fernsehsender zum Thema Einsamkeit geführt, sagte Sakamoto. Und das war nicht das einzige Gespräch mit einem ausländischen Team. Seit März führte er bereits Gespräche mit Reportern aus Russland, Spanien und den USA. Auch Medien aus Indien wollten schon mit ihm sprechen.

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„Jedes Land hat mit Problemen (im Zusammenhang mit Einsamkeit) zu kämpfen, auch wenn die Schwere dieser Probleme weltweit unterschiedlich ist“, sagte er. „Sie sind daran interessiert, wie Japan versucht das Problem durch Versuche und Irrtümer in den Griff zu bekommen.“

Von Japan lernen

Ein Reporter des südkoreanischen Senders KBS TV, der Sakamoto interviewte, sagte gegenüber der Asahi Shimbun: „Einsame Todesfälle sind auch in Südkorea zu einem Problem geworden, daher wären die japanischen Bemühungen ein Spiegel für mein Land.“

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„Ich wollte Fragen zu Japans Krisenbewusstsein stellen, das zur Schaffung eines Ministerressorts führte und zu den Vorbereitungen für die Ernennung des Ministers und die Einrichtung einer entsprechenden Organisation“, sagte der Reporter.

Ausländische Journalisten, die ihre eigenen innenpolitischen Probleme im Blick haben, haben Sakamoto gebeten, zahlreiche Fragen zum Umgang Japans mit dem Thema zu beantworten, darunter: „Warum wurde die Position eines Ministers geschaffen?“, „Wie ist die Definition von Einsamkeit und Isolation in Japan?“ und „Was ist der Hintergrund des Problems?“

Einsamkeit in Japan großes Problem

„Das Problem der Einsamkeit ist in Japan wirklich ernst, was man daran erkennen kann, dass das japanische Wort dafür, ‚kodokushi‘, als Wort in der englischen Sprache verwendet wird“, sagte Junko Okamoto (53), eine Spezialistin für die Thematik. „Japan wird genau beobachtet, welche Schritte es unternehmen wird, um das Problem zu bekämpfen.“

Die Regierung plant eine Umfrage, um die aktuelle Situation im Land bezüglich Einsamkeit und Isolation zu erfassen, deren Ergebnisse bis Ende März 2022 veröffentlicht werden sollen.

Japan zweites Land mit Minister für Einsamkeit

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Premierminister Yoshihide Suga ernannte Sakamoto im Februar auf den Posten, um die Probleme der sich verschlimmernden Einsamkeit und Isolation aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen und eine neu eingerichtete Sektion des Kabinettssekretariats wurde diesem Zweck gewidmet.

Laut der Sektion hat die damalige britische Premierministerin Teresa May im Jahr 2018 den weltweit ersten Minister eingesetzt, der sich auf Fragen der Einsamkeit und Isolation spezialisiert. Sakamoto sagte, dass Japan seines Wissens nach erst das zweite Land ist, das dies getan hat.

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