Japans Ministerien unter Verdacht wegen gefälschter Beschäftigungsquoten von Behinderten

Der Verdacht gegen Regierungsministerien und Agenturen, die Beschäftigungsquoten bezüglich behinderter Arbeitnehmer zu eigenen Gunsten überarbeitet zu haben, veranlasste das japanische Gesundheitsministerium zu umfassenden Untersuchungen.

Der Verdacht geht weit. Aufzeichnungen aus über 40 Jahren werden überprüft. Den Ministerien wird vorgeworfen, die Angaben bezüglich der Beschäftigungsquoten aufzufüllen, um gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Dies teilten Regierungsquellen am Donnerstag mit.

Betroffen sind fast 10 große Schlüsselministerien, darunter auch die Verkehrs- und Innenministerien. Sie gaben Personen mit leichten Beeinträchtigungen einen „Behindertenstatus“ bei der Einstellung, obwohl diese Personen keinen Behindertenausweis vorweisen konnten.

Diese Art der Einstellung reicht angeblich bis 1976 zurück. Damals propagierte die Regierung
die Politik einer integrativen Gesellschaft. Diese schrieb Quoten für die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen vor. Es wurde ein Gesetz zur Förderung der Beschäftigung von Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung erlassen.

Grund der überarbeiteten Quotenangaben seien Schwierigkeiten bei der Einstellung behinderter Menschen aufgrund von Arbeitsfaktoren. Lange Arbeitszeiten, unerwartete Einsätze bei Vorbereitungen für Regierungszusammenkünfte oder Sitzungen sind beeinträchtigten Menschen oft nur in begrenztem Maße zumutbar.

Katsunori Fujii, der Chef des japanischen Behindertenrates, kritisiert, dass diese immense, langanhaltend praktizierte Fälschung durch Regierungsgremien ein Synonym für die Beschaffenheit der japanischen Gesellschaft ist. In seinen Augen hat die japanische Regierung mit ihrem Vorhaben versagt.

Die Quotenvorgaben besagen, dass öffentliche Einrichtungen 2,5 Prozent der Gesamtbelegschaft mit beeinträchtigten Arbeitnehmern besetzen sollen, private Unternehmen mit 2,2 Prozent. Sollten diese Vorgaben nicht eingehalten werden, droht eine Geldbuße von fast 400 Euro (50.000 Yen) pro Mitarbeiter und Monat. In einigen Fällen wird der Name der Firma offengelegt.

Nun erwägt das japanische Gesundheitsministerium die Bestrafung von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Allerdings muss die Sachlage noch genauer geprüft werden. Momentan sollen in privaten Unternehmen beispielsweise rund 496.000 Menschen mit Behinderungen tätig sein.

Quelle: Kyodo News

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