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Hilfe muss schneller kommen

Japans neuer Premierminister muss ärmere Haushalte unterstützen

Kidsdoor, eine in Tokyo ansässige Hilfsorganisation, hat den neuen japanischen Premierminister Fumio Kishida dazu aufgefordert, dass er armen Haushalten mit Kindern schnell besondere Unterstützung zukommen lassen muss.

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Durch die Pandemie haben immer mehr Familien in Japan große Probleme selbst eine einfache Mahlzeit zu bezahlen, da sie mit einem Rückgang ihrer Einkommen zu kämpfen haben.

Hilfe vom neuen Premierminister vor den Wahlen unwahrscheinlich

Der neue Premierminister hatte zwar versprochen, sich für eine stärkere Unterstützung einzusetzen, aber es ist unwahrscheinlich, dass Maßnahmen vor den bevorstehenden Wahlen am 31. Oktober umgesetzt werden.

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Die Notwendigkeit spiegelt sich in dem deutlichen Anstieg der Anträge auf Sozialhilfe wider, die laut des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales im April dieses Jahres auf 20.061 angestiegen sind.

Laut einer Umfrage von Kidsdoor haben über 60 Prozent der Haushalte, die von der gemeinnützigen Organisation Hilfe erhielten, weniger als 2 Millionen Yen (ca. 15,557 Euro) im Jahr verdienen.

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Außerdem verfügen mehr als die Hälfte der Haushalte über Ersparnisse von weniger als 100.000 Yen (ca. 775,42 Euro).

„Ich bin seit über 10 Jahren in der Armutsbekämpfung tätig, aber so eine schreckliche Situation habe ich noch nie erlebt“, sagte die Kidsdoor-Vorstandsvorsitzende Yumiko Watanabe.

Auch andere Hilfsorganisationen verzeichnen einen Anstieg an Hilfesuchenden.

Laut Littleones hat sich die Zahl seit Beginn der Pandemie mehr als verdreifacht. Auch das Forum für alleinerziehende Mütter verzeichnet deutlich mehr Hilfesuchende, die angeben, dass sie ihre Arbeitsstelle verloren haben.

Vor allem unverheiratete Mütter und de facto Alleinerziehende, deren Scheidung noch nicht rechtskräftig ist, sind nach Angaben der von Littleones häufig von Armut betroffen, da sie kein Kindergeld oder Kinderbetreuungsgeld erhalten.

„Alleinerziehende Mütter verlieren zunehmend ihre Arbeit“, so Kunihisa Koyama, leitender Vertreter von Littleones.

„Viele Haushalte verwenden einmalige Leistungen nur, um Schulden zu begleichen“, sagte Masako Komori vom Sekretariat des Forums für alleinerziehende Mütter. „Wir wollen, dass die neue Regierung die Beihilfen aufstockt, die kontinuierlich zur Verfügung stehen, auch nur während der Coronavirus-Krise“.

Das Problem ist nicht neu, bereits im November vergangenen Jahres zeigte eine Studie, dass die Pandemie besonders Alleinerziehende trifft und das soziale Ungleichgewicht im Land vergrößert. Die Regierung hat bisher aber nur versucht, das Problem mit Behilfsmaßnahmen anzugehen.

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