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Japans neues Visasystem bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Selbstgestecktes Ziel der japanischen Regierung nicht mehr erreichbar

Die japanische Regierung wird ihr selbst gestecktes Ziel verfehlen, über das neue Visasystem in den nächsten fünf Jahren eine Arbeitserlaubnis für 340.000 Ausländer zu erteilen.

Bis Ende September 2019 haben nur 219 ausländische Staatsangehörige durch das im April vergangenen Jahres eingeführte Visasystem eine Arbeitserlaubnis bekommen.

2019 haben nur 26 Menschen die Prüfungen im Rahmen des neuen Visasystem abgelegt

Ausländer, die das neue Visum beantragen, müssen einen Test für die in ihrem gewünschten Arbeitsbereich erforderlichen Fähigkeiten ablegen und eine Prüfung ihrer Japanischkenntnisse bestehen. Ausländer, die bereits das dreijährige Praktikumsprogramm der japanischen Regierung absolviert haben, können ihren Visastatus direkt ändern lassen.

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Von den 2019 erfolgreichen Antragsstellern erhielten 176 oder rund 80 Prozent das neue Visum gemäß dieser Ausnahmeregelung. Unter den übrigen 43 sind 17 Menschen als Pflegekraft oder als Teilnehmer im Rahmen von Wirtschaftsabkommen nach Japan gekommen. Also haben nur 26 Personen das Visum durch Bestehen der Prüfungen erhalten.

Die Prüfungen wurden nur in sechs anderen Ländern als Japan abgehalten. Vietnam, das die meisten Arbeitnehmer im Rahmen des Praktikumsprogramms entsandt hat, hat aber keine derartigen Prüfungen durchgeführt.

Von den 14 Arbeitsbereichen, zu denen Pflege, Gastronomie und Landwirtschaft gehören, wurden nur sechs Prüfungen für die Qualifikation durchgeführt.

Visasystem bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Das neue Visasystem ist also nur schleppend angelaufen, was laut der japanischen Regierung zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass die Länder sich nicht genug vorbereitet haben.

„Als Reaktion auf diese Situation will Japan daran arbeiten, die Anzahl der Branchen, für die Prüfungen abgehalten werden, und die Länder, die diese durchführen, zu erhöhen“, sagte Justizministerin Masako Mori. „Wir werden den Ländern auch dabei helfen, die erforderlichen Verfahren zu verbessern.“

Ein weiterer Faktor ist das komplizierte Antragsverfahren. Als Reaktion darauf sagte Mori, dass ihr Ministerium Informationsveranstaltungen abhalten und die Informationen auf ihrer Website verständlicher machen werde.

Südostasiatische Nationen werden zwar als wichtiger Faktor für Arbeitnehmern, die nach Japan kommen, angesehen um den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen.

Unter diesen Umständen werde sich der Wettbewerb um kompetente Arbeitskräfte verschärfen, sagte ein Regierungssprecher in Tokyo und betonte, dass Japan Verhandlungen mit Ländern aufnehmen sollte, die Arbeitskräfte in das Land schicken, um die Einreisebestimmungen zu vereinfachen.

Die Immigration Services Agency strebt derweil an, dass in allen 14 Arbeitsbereichen bis Ende März Qualifikationsprüfungen abgelegt werden.

TJT

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