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Live-Stream soll Reaktionszeit bei Notfällen reduzieren

Japans Polizei plant Smartphone-Videos von Notrufen zu verwenden

Japans Polizei plant ihr Notrufsystem aufzurüsten, um Smartphone-Videos von Verbrechen und Unfällen anschauen zu können, die von Anrufern der Notfallhotline aufgenommen wurden.

Die Videos sollen dabei helfen, die Reaktionszeit bei Notrufen zu verkürzen und der Verdächtige soll leichter aufgespürt werden können.

Polizei bietet um Videostream

Zwar gibt es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, trotzdem plant die nationale Polizeibehörde das neue System bis Ende des Geschäftsjahres 2021 landesweit in den Betrieb zu nehmen.

Die Polizei in der Präfektur Hyogo nutzt das neue System bereits, das vom Dawn Corp in Kobe entwickelt wurde.

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Anrufer der Notfallnummer 110 werden gebeten, Aufnahmen vom Einsatzort zu machen und das Video wird in Echtzeit in der Überwachungszentrale abgespielt. Die Beamten bestimmten die Schwere des Vorfalls und bestimmen, ob Beamte entsandt werden müssen.

Bereits 22 Notfälle wurden so in Hyogo bearbeitet, darunter auch ein Fall eines Mannes, der mit einer Sichel herumlief und ein Auto, das gegen einen Strommast krachte.

Besser Reaktion auf Notrufe

Das Weißbuch der NPA zeigt, dass die Polizei im Jahr 2019 landesweit durchschnittlich acht Minuten und neun Sekunden benötigte, um nach einem Notruf am Einsatzort einzutreffen.

„Eine genaue Einschätzung der Situation kann erst vorgenommen werden, wenn Polizeibeamte am Einsatzort eintreffen“, so ein hochrangiger Polizeibeamter der Präfektur Hyogo. „Die Beamten fangen an zu überlegen, wie sie die Fälle untersuchen und beginnen danach mit der Sicherung der Tatorte, daher gibt es eine Zeitverzögerung zwischen der Annahme der Meldungen und den tatsächlichen Ermittlungen.“

Zeugen von Verbrechen, Unfällen und Bränden haben oft Schwierigkeiten, genau zu erklären, was passiert ist. Die Polizei der Präfektur Hyogo sagte, dass sie die Ermittlungen früher aufnehmen kann, wenn Videos von den Tatorten vorliegen.

Bilder können zu einer schnelleren Identifizierung von Verdächtigen führen, besonders in ländlichen Gegenden, die weniger Sicherheitskameras haben als in städtischen Gebieten. Die Kenntnis der Kleidung und Bewegungen des Verdächtigen kann auch die Reaktion in Notfällen beschleunigen.

Datenschutzbedenken

Eine Herausforderung besteht darin, das System so zu verwalten, dass die Privatsphäre der von den Smartphones aufgenommenen Personen geschützt wird.

Die Feuerwehr von Kobe hat im November 2019 mit einem ähnlichen System begonnen und löscht die Videos innerhalb von 24 Stunden.

Die Polizei in Hyogo bewahrt die Bilder allerdings ein Jahr lang auf, Kritiker fordern daher, dass eine genaue Aufbewahrungsfrist festgelegt werden müsse.

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