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Bitten, aber nicht einschränken

Japans Präfekturen sollen selbst Corona-Maßnahmen ergreifen

Die japanische Regierung will keine Corona-Maßnahmen einführen, sondern hat den Präfekturen mittlerweile freie Hand gelassen, selbst über Maßnahmen zu entscheiden.

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Demnach können die Gouverneure nun Maßnahmen ergreifen, wenn die Auslastung der Krankenhäuser 50 Prozent übersteigt und die medizinische Versorgung stark überlastet ist.

Gouverneure können Maßnahmen rechtlich nicht durchsetzen

Wenn die Präfekturen Maßnahmen einführen wollen, müssen sie einen Antrag bei der japanischen Regierung stellen, die dann entscheidet, ob die jeweilige Präfektur sofortige Hilfe benötigt. Dann werden gegebenenfalls Experten in die Präfektur geschickt, die sie bei den Maßnahmen beraten sollen.

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Allerdings können keine Maßnahmen rechtlich durchgesetzt werden, die die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränkt. Die Gaststätten können zwar aufgefordert werden, früher zu schließen, aber es gibt keine rechtlichen Konsequenzen, wenn Sie dem nicht nachkommen.

Die Maßnahmen können lediglich Einwohner und Unternehmen einer Region zur Vorsicht und Zusammenarbeit anhalten.

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Um zu verhindern, dass die Gesundheitsdienste überlastet werden, sollen die Präfekturen, die Maßnahmen ergreifen, die Unternehmen bitten, von ihren Angestellten keine Bescheinigung über einen COVID-19-Test zu verlangen, die von einer diese Einrichtung ausgestellt werden.

Bloß nicht der Wirtschaft schaden

Die japanische Regierung erklärte, das neue System werde es den Gouverneuren erleichtern, die Maßnahmen zur Infektionskontrolle zu verstärken, ohne zu Schritten greifen zu müssen, die die Wirtschaftstätigkeit des Landes einschränken.

Japans Premierminister hatte bereits mehrfach betont, dass es kein Grund dafür gibt, die Aktivitäten der Menschen einzuschränken. Das wiederum ruft mittlerweile Kritik in den eigenen Reihen hervor, da das Land inmitten der siebten Infektionswelle steckt und täglich eine Rekordzahl an Neuinfektionen gemeldet werden.

Mittlerweile sind laut des Gesundheitsministeriums 1,1 Millionen Menschen in Japan zu Hause und erholen sich von der Infektion. Die Gesamtzahl der Menschen, die in einem Krankenhaus oder einer ausgewiesenen Einrichtung untergebracht sind, beläuft sich aktuell auf 1,4 Millionen.

Gesundheitsexperten, die das Ministerium in Bezug auf die Pandemie beraten, warnten, dass die Zahl der Patienten mit schweren Symptomen von nun an zwangsläufig ansteigen werde, mit einem entsprechenden Anstieg der Zahl der Todesopfer.

Änderung der Meldung der Infektionszahlen

Auf der Versammlung der Gouverneursvereinigung wurde mittlerweile gefordert, dass Neuinfektionen unverzüglich gemeldet werden. Zudem forderten einige Gouverneure, das derzeitige System der täglichen Zählungen umzustrukturieren.

So forderte beispielsweise der Gouverneur der Präfektur Chiba, dass der Schwerpunkt von der Zählung der Gesamtzahl der Patienten auf die stichprobenartige Beobachtung an bestimmten Orten verlagert werden sollte.

Der Gouverneur von Tottori forderte die Regierung auf, eine nachhaltige Alternative in Erwägung zu ziehen, wie z.B. die Meldung von Fallzahlen nur bei älteren Menschen.

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